Werk-Datenbank Bildende Kunst in Sachsen-Anhalt

Im Herbst 2017 startet der BBK Sachsen-Anhalt eine Werk-Datenbank, die der Dokumentation künstlerischer Werke im Internet dient. Künstler*innen aus Sachsen-Anhalt erhalten dadurch die Möglichkeit, laufend ihre eigenen künstlerischen Arbeiten – Abbildungen, Titel, Material, Technik, Größe u.v.m. – zu verzeichnen und somit für den Eigenbedarf, aber auch (wenn gewünscht) für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Ein zweiter Fokus liegt auf Künstlernachlässen. Denn die Datenbank steht auch Nachlassverwalter*innen offen, die  Nachlassverzeichnisse verstorbener Künstler*innen erstellen möchten.

Der BBK Sachsen-Anhalt verfolgt damit das Ziel, die Bandbreite und Dichte künstlerischer Produktion in unserem Bundesland aufzuzeigen. Damit soll verdeutlicht werden, dass dieses kulturelle Erbe langfristig gesichert werden muss – und zwar nicht nur digital.

Als Software dient dem BBK Sachsen-Anhalt eine Kopie der Datenbank "Private Künstlernachlässe im Land Brandenburg". Der Prototyp ist von Dr. Liane Burkhardt und Thomas Kumlehn in Zusammenarbeit mit Daniel Burckhardt entwickelt und programmiert worden. Eigentümer des Prototyps: Private Künstlernachlässe im Land Brandenburg e.V., Charlottenstraße 121, 14467 Potsdam. Website: www.private-kuenstlernachlaesse-brandenburg.de.

Informationen zu ähnlichen Projekten und Vorbildern: http://www.lbk-sachsen.de/werkdatenbank und http://private-kuenstlernachlaesse-brandenburg.de/collection.

Das Projekt wird gefördert vom Land Sachsen-Anhalt und der Stadt Halle (Saale). Die Volksbank Halle hat das Projekt mit einer Spende unterstützt, durch die ein Teil der Projekt-Hardware angeschafft werden konnte. Allen Förderern und Spendern ein herzliches Dankeschön!

 

 

Teilhabe an der Werk-Datenbank Bildende Kunst in Sachsen-Anhalt

Der BBK Sachsen-Anhalt sucht bereits jetzt Interessenten, die die Werk-Datenbank ab Herbst 2017 benutzen möchten. Er berät darüber hinaus bei der Projektplanung, zum Beispiel wenn die zukünftigen Nutzer wissen möchten, welche Punkte sie im Vorfeld bedenken sollten oder welche Funktionen die Datenbank bereit hält.

Denkbar sind dabei zwei Vorgehensweisen: 1) Die Nutzer leisten die Arbeit selbst privat bzw. im Ehrenamt; 2) Die Nutzer konzipieren Projekte, für die Drittmittel eingeworben werden (z.B. für fotografische Dienstleistungen oder Begleitung durch einen Datenbank-Experten). Hierbei bietet die Geschäftsstelle Unterstützung an. Aktuell sammeln wir Interessensbekundungen. Melden Sie sich bitte unter info@bbk-sachsenanhalt.de, wenn Sie unsere Datenbank nutzen möchten. Gerne informieren wir Sie auch persönlich oder telefonisch über Finanzierungsmöglichkeiten.

Die Datenbank wird konkret vorgestellt, sobald die Software an unsere Bedürfnisse angepasst wurde und die Nutzungsbedingungen festgeschrieben sind. An beidem arbeiten wir derzeit.

 

 

Infoveranstaltung Werk-Datenbank Bildende Kunst Sachsen-Anhalt am 11. April 2017

Für dieses Jahr hat sich die AG Künstlernachlässe des BBK Sachsen-Anhalt das Ziel gesetzt, eine Werk-Datenbank auf den Weg zu bringen, die der Dokumentation künstlerischer Werke im Internet dient. Künstler*innen aus Sachsen-Anhalt erhalten dadurch die Möglichkeit, laufend ihre eigenen künstlerischen Arbeiten – Abbildungen, Titel, Material, Technik, Größe u.v.m. – zu verzeichnen und somit für den Eigenbedarf, aber auch (wenn gewünscht) für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Daneben steht die Datenbank auch Nachlassverwalter*innen offen, die Werkverzeichnisse erstellen möchten.

Der BBK Sachsen-Anhalt verfolgt damit das Ziel, die Bandbreite und Dichte künstlerischer Produktion in unserem Bundesland aufzuzeigen. Damit soll den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung verdeutlicht werden, dass dieses kulturelle Erbe langfristig gesichert werden muss – und zwar nicht nur digital.

Auf einer Infoveranstaltung am 11. April um 15.00 Uhr, zu der alle interessierten Künstler*innen und Nachlassverwalter*innen herzlich eingeladen sind, erläutern die Mitglieder der AG Künstlernachlässe zum Einen die Potentiale der Werk-Datenbank und zeigen zum Anderen Finanzierungsmöglichkeiten von Pilotprojekten auf. Ort: BBK-Geschäftsstelle, Große Klausstraße 6, 06108 Halle (Saale). Um Anmeldung unter info(at)bbk-sachsenanhalt(dot)de bis zum 4. April 2017 wird gebeten.

Anmeldeschluss: 4. April 2017

 

 

Beratungsangebot der AG Künstlernachlässe

Nach dem informativen Workshop am 3. September, in dem der hallesche Rechtsanwalt Arnd Merschky über rechtliche Fragen rund ums Testament Auskunft gab, bietet die Arbeitsgruppe Künstlernachlässe des BBK Sachsen-Anhalt ab sofort unterstützende Beratung für alle interessierten Künstler und andere von der Nachlassproblematik betroffene Personen an. Durch das Wissen um die drängenden Fragen, das wir auf verschiedenen Tagungen und Workshops erworben haben, den Austausch auf Landes- und Bundesebene und viele private Gespräche fühlen wir uns inzwischen in der Lage, solche ersten Beratungen anzubieten. Auf diesem Wege möchten wir gleichzeitig herausfinden, wo in unserem Bundesland die drängendsten Probleme liegen, um das Thema in konstruktiver Weise weiter voranzutreiben. Für die Sprechstunden gibt es keine festen Termine. Wer Bedarf hat, melde sich bitte in der Geschäftsstelle an und mache einen Terminvorschlag (möglichst innerhalb der Bürozeiten Mo–Mi 10–14 Uhr, Ausnahmen sind möglich). Die AG Künstlernachlässe ist im Einzelfall auch bereit, Beratungen außerhalb von Halle anzubieten. Melden Sie sich, wir kommen auch zu Ihnen! Achtung: In den Beratungen können keine rechtsverbindlichen Auskünfte gegeben werden. Juristische Fragen können allenfalls gebündelt werden, um in einen weiteren Workshop einzufließen.

 

Zur Terminabsprache

(möglichst Mo–Mi 10–14 Uhr, Ausnahmen möglich) wenden Sie sich bitte an:

Ruth Heftrig (Leiterin der Geschäftsstelle)

Tel. 0345-2026821

info(at)bbk-sachsenanhalt(dot)de

 

 

Workshop Künstlernachlässe 3.9.2016

Mit dem Testament werden wichtige Weichen gestellt, die über die Zukunft eines Œuvres entscheiden. Was wird aus meinen Arbeiten? Welche sind mir besonders wichtig? Dürften sie aufgeteilt werden oder sollten sie als Konvolut zusammenbleiben? Ist es ratsam, sie finanziell zu bewerten? Welche möglichen Forderungen stellt das Finanzamt?

Dies sind nur einige der vielen Fragen, die Künstlerinnen und Künstler spätestens dann umtreiben, wenn sie beginnen, sich mit ihrem Lebenswerk und mit ihrem künstlerischen Vermächtnis auseinanderzusetzen. Sie stehen im Fokus des ersten Workshops, zu dem der Berufsverband Bildender Künstler Sachsen-Anhalt einlädt. Der Workshop richtet sich an Künstler, Erben und Nachlassverwalter. Der Referent führt in die Thematik ein und beantwortet Fragen der Teilnehmer.

Workshop „Was wird aus meinem Nachlass? Testament und rechtliche Fragen“

Veranstalter: BBK Sachsen-Anhalt e.V.
Referent: Fachanwalt ARND MERSCHKY Halle
Termin: Sonnabend, 3. September 2016, 10 bis 16 Uhr
Ort: Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt, Neuwerk 11, 06108 Halle (Saale)

Rahmenprogramm: Im Anschluss besteht um 18.00 Uhr die Gelegenheit, an einer Führung durch die Aus-stellung "Marielies Riebesel – Textil" teilzunehmen, die bis 4. September in der Kunststiftung gezeigt wird.

Teilnahme: Die Teilnahme ist kostenlos. Eine schriftliche Anmeldung (E-Mail, Fax oder Post) bis einschließlich 21. August 2016 ist erforderlich, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Achtung! Anmeldefrist verlängert bis einschließlich 29. August 2016!

Kontakt: BBK Sachsen-Anhalt, Große Klausstraße 6, 06108 Halle (Saale), Ruth Heftrig (Leiterin der Geschäftsstelle), Tel. 0345–2026821 (Mo–Mi 10–14 Uhr), Fax 0345–4789923, E-Mail info@bbk-sachsenanhalt.de, Homepage: www.bbk-sachsenanhalt.de, Facebook: www.facebook.com/BBKsachsenanhalt

Abb. oben: Atelierräume von Klaus Thiede (1939–2016), Foto: Ulrich Wohlgemuth

 

 

 

 

Künstlernachlässe

Künstlernachlässe in Sachsen-Anhalt

Ideen, Ziele und Angebote des BBK Sachsen-Anhalt


Wenn wir in Sachsen-Anhalt von kulturellem Erbe sprechen – und häufig wird auf das bedeutende Potenzial dieses Landes verwiesen – meinen wir in der Regel nicht die vielen durch das Ableben von Künstlern abgeschlossenen und hinterlassenen Werke. Es scheint, als unterschätzen wir ihren Wert für uns und kommende Generationen. Nicht selten ganz oder teilweise in Vergessenheit geraten, nicht mehr zugänglich oder gar unauffindbar, erinnern wir uns vielleicht zu spät. Mitunter ganz und gar entsorgt, kommt ein solcher Verlust nicht selten aus Unwissenheit, Überforderung oder fehlender Kapazität zustande.


Bedeutung von Künstlernachlässen

Bildende Künstler reflektieren gesellschaftliche Zustände. Sie haben einen erheblichen Anteil an den kulturellen Leistungen und sind im besten Falle Seismografen der Gesellschaft. Insofern sind die Ergebnisse ihrer Arbeit von öffentlichem Interesse und müssen geschützt und bewahrt werden. Bekannte Künstler haben es hier leichter als ihre weniger erfolgreichen Kollegen. Ihre Nachlässe stoßen auf ein größeres öffentliches Interesse. Hier gilt es, gegenzusteuern. Wir Nachkommenden bestimmen, welche Schätze verloren gehen. Wir bestimmen das Maß an Wertschätzung, das wir den Lebenswerken von Künstlern entgegenbringen. Dazu gehören auch die Lebenswerke derjenigen, die es nicht geschafft haben, sich auf dem Kunstmarkt zu etablieren. Auch ihr Werk besitzt kulturelle Werte, seien sie auch vornehmlich von regionalhistorischer Relevanz oder werden in ihrer Bedeutung erst in der Zukunft erkannt.


Viele Aufgaben für viele Akteure

Verschiedene Umstände, zu denen nicht zuletzt ein sich wandelnder Kunstbegriff gehört, haben die Zahl künstlerisch Tätiger und damit die Anzahl von Nachlässen erhöht. Das wirft Fragen auf und erfordert Lösungen. In welcher Anzahl, in welcher Form und in welchem Umfang sollten Nachlässe bewahrt werden und präsent bleiben? Auf welche Weise lassen sich die Erfordernisse unter den gegebenen Verhältnissen realisieren? Für das Gelingen einer erfolgreichen Nachlass-Kultur sind Bemühungen unterschiedlichster Akteure erforderlich. Lebenswerke von Künstlern haben unterschiedlichen Umfang. Es ist eine Sache der Erben, damit umzugehen. Sind die Dinge geordnet, ist es einfacher. Von den Künstlern erwarten wir deshalb eine sorgfältige Pflege ihres Werkes (digitale/analoge Dokumentation) und die Festlegung eines für sie bedeutsamen Kernbestandes. Von den Nachlassverwaltern bzw. Erben ist zu wünschen, dass sie sich kompetent beraten lassen, dass sie sich Unterstützung suchen in juristischen Fragen und bei der Aufgabe, Ordnung in den Nachlass zu bringen. Von den politischen Entscheidungsträgern fordern wir eine angemessene Wertschätzung der Problematik, die in vernünftigen Rahmenbedingungen und der Bereitstellung von finanziellen Mitteln und/oder Räumlichkeiten mündet.



Aufgaben des BBK Sachsen-Anhalt

Wir als Künstlerverband sehen unsere Aufgabe in der Beratung von Künstlern wie auch von Nachlassverwaltern bzw. Erben. Wir möchten „nach innen“ für die Werkpflege sensibilisieren und „nach außen“ für das Zustandekommen der erwähnten Rahmenbedingungen streiten. Gemeinsam mit Partnern des Landes Sachsen-Anhalt möchten wir ein tragbares Konzept für eine fundierte Beratung und die fachgerechte Unterbringung von Nachlässen entwickeln. Auch überregional nehmen wir weiter am Diskurs über die Nachlassproblematik teil, u.a. durch Mitwirkung in einem in Gründung befindlichen Bundesverband Künstlernachlässe.


Aktivitäten 2016

  • eigener Bereich „Künstlernachlässe“ auf der BBK-Homepage (unter BBK-Projekte)

  • Workshop zu juristischen Fragen (Testament, Nachlassverwalter, Erbe, Wertgutachten, Urheberrechte etc.), parallel zur Ausstellung „Marielies Riebesel – Textil“, die der BBK Sachsen-Anhalt gemeinsam mit Betty Riebesel in den Räumen der Kunststiftung Sachsen-Anhalt zeigen wird; September/Oktober 2016, für ca. 30 Teilnehmer

  • Sprechstunden ab Oktober 2016 (1x monatlich, je einen halben Tag, durch Mitglieder der AG Künstlernachlässe)


Zukunftspläne

Von großer Wichtigkeit für die Nachlassproblematik sind die Möglichkeiten der Digitalisierung, die heutzutage zur Verfügung stehen. Deshalb ist unser mittelfristiges Ziel eine Datenbank für Werkverzeichnisse. Diese soll weiter Thema bei den Treffen mit unseren Kooperationspartnern auf Landesebene sein.

Unser Fernziel ist ein lebendiges Nachlass-Archiv. Es sind schon viele Nachlässe verloren gegangen und weiteren Nachlässen droht die Zerstörung. Sie sind dann als wichtige Zeugnisse für die Kulturgeschichte des Landes oder auch einzelner Regionen nicht mehr verfügbar. Deshalb ist die Einrichtung eines Nachlass-Archivs für Sachsen-Anhalt von großer Bedeutung. Dafür muss eine Lösung gefunden werden. Der BBK Sachsen-Anhalt will zur Lösung des Problems beitragen. Er befördert weiterhin den Austausch zwischen den wichtigen Akteuren im Land, um die Notwendigkeit eines Nachlass-Archivs im Gespräch zu halten und im Bewusstsein zu verankern. Für die Frage, wie so ein Nachlass-Archiv in Sachsen-Anhalt aussehen könnte, werden verschiedene Möglichkeiten untersucht: z.B. ob eine der bereits bestehenden Institutionen um ein Nachlass-Archiv erweitert werden könnte. Der BBK legt großen Wert auf die produktive Arbeitsform eines solchen Archivs. Er versteht es vor allem als lebendige Austauschplattform mit Leihverkehr, Leihausstellungen, Vermietungen, wenn möglich auch Verkäufen und eigenen Ausstellungen, damit das kulturelle Erbe im Umlauf gehalten wird und lebendig bleibt.


Was wir bisher erreicht haben

Im BBK Sachsen-Anhalt befasst sich seit dem Frühjahr 2015 eine Arbeitsgruppe mit dem Thema Künstlernachlässe. Unsere bisherige Bilanz lautet: Teilnahme an den Tagungen „Werkstatt-Tagung Künstlernachlässe“, Potsdam, 24./25. April 2015; „Vorlass Schöpfer, Nachlass Wächter“, Dresden, 30. Dezember 2015; „Anlass: Nachlass“, Berlin, 12. Dezember 2015. Erstes Sondierungsgespräch auf Landesebene, 4. Dezember 2015 auf Einladung des BBK Sachsen-Anhalt in den Räumen der Stiftung Moritzburg in Halle mit Beteiligung der Stiftung Moritzburg, des Landesverwaltungsamtes bzw. der Dokumentationsstelle Bildende Kunst Sachsen-Anhalt, des Landesverbandes Sachsen-Anhalt im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare, der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt.