#verguetetausstellungen

Das Kulturwerk des BBK Sachsen-Anhalt konnte 2021 durch das Projekt „BBK-POP“ seine Social-Media-Arbeit erweitern und professionalisieren. Auch die kleine Kampagne #verguetetausstellungen gehört dazu. Danke an #neustartkultur und das Programm „Kultur.Gemeinschaften“ der Kulturstiftung der Länder!

#verguetetausstellungen #ausstellungsverguetung #ausstellungsvergütungjetzt #bbksachsenanhalt #neustartkultur #herrfleischer

hr.fleischer e.V. Halle (Saale)

Unser Verein zahlt Künstler*innen eine Ausstellungsvergütung, weil wir es selbstverständlich finden, Künstler*innen für ihre Arbeit zu bezahlen. (Katrin Eitner vom Kunst- und Projektraum hr.fleischer e.V. in Halle (Saale))

Seit wann zahlen Sie eine Ausstellungsvergütung?
Gegründet haben wir uns 2009, noch als Projekt von vielen Studierenden. In den Folgejahren haben wir begonnen, Fördermittel zu beantragen und damit erste Ausstellungsvergütungen zu ermöglichen. Am Anfang lief das noch ziemlich unregelmäßig. Stetiger wurde es dann ab dem Jahr 2013.

Zahlen Sie /Ihr Haus diese Ausstellungsvergütung aus dem eigenen Budget oder aus Mitteln der öffentlichen oder privaten Hand, aus Fördermitteln.
Wir berücksichtigen die Ausstellungsvergütungen, wenn wir einmal im Jahr Anträge auf Fördermittel aus der Kulturförderung stellen. In den letzten Jahren waren wir damit meistens erfolgreich. Bei uns finden im Jahr zwischen acht und zwölf Ausstellungen/Projekte mit manchmal mehreren Akteur*innen statt. Aus dem eigenen Budget - also aus Mitgliedsbeiträgen und einigen Spenden - könnten wir das also nicht leisten. Das geht nur, wenn wir Fördermittel erhalten.

In welcher Form findet Ihre Ausstellungsvergütung statt?
Wir zahlen eine Ausstellungsvergütung aus. Einen Katalog oder eine Publikation zu einer einzelnen Ausstellung können wir in der Regel aber nicht über Fördermittel ermöglichen. Wenn wir weniger Fördermittel als beantragt erhalten, empfehlen wir den Akteur*innen übrigens nicht, für weniger Budget (und damit auch Ausstellungsvergütung) mit dem gleichen Projekt an den Kiosk zu kommen. Eher eine Anpassung des Aufwands an das neue Budget oder auch mal eine Absage. Das ist uns wichtig.

Folgen Sie dabei einem bestimmten Schema oder wird das immer wieder neu ausgehandelt bzw. angepasst?
Ausstellungen und Projekte an unserem Hauptspielort, dem Kiosk am Reileck in Halle (Saale), dauern zwischen 4 und 6 Wochen. Dafür erhalten Künstler*innen seit dem Jahr 2020 eine Ausstellungsvergütung in Höhe von 600 Euro. Davor waren es 500 Euro. Bei Kurz-Projekten passen wir das entsprechend an. Einmal im Jahr, wenn die Förderanträge anstehen, reden wir über diese Summen im Verein.

Gibt es bei Ihnen darüber hinaus eine Mitwirkungsvergütung für den Aufbau der Ausstellung oder für anfallende Transportkosten?
Ja, das gibt es. Wenn die Fördermittelanträge erfolgreich sind, finanzieren wir Materialkosten für die Ausstellung oder das Projekt. In aller Regel entsteht die Ausstellung direkt für den Kiosk am Reileck. Dieses ortsspezifische Arbeiten ist oft recht aufwändig, braucht Vorarbeit im Atelier der Künstler*innen und einige Tage beim Auf- und Abbauen. Das hat viel mit der Besonderheit unseres Raumes - eines ehemaligen Zeitungskiosks - zu tun und dem öffentlichen Raum drumherum, den wir für unsere Projekte ebenfalls nutzen. Oft sind es interaktive Projekte, die Passant*innen und Gäste einbeziehen. Zusätzlich gibt es auch Vergütungen für Auf- und Abbau sowie Reise- und Transportkosten. Um Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Social Media kümmern wir uns als Verein.

Halle (Saale), im November 2021

Danke!

Danke an Katrin Eitner, 2. Vorsitzende des hr.fleischer e.V. Kunst- und Projektraum Kiosk am Reileck für das Statement und das ausführliche Interview! Weitere Infos: www.herrfleischer.de, Adresse: hr.fleischer e.V.,Kunst- und Projektraum Kiosk am Reileck, Händelstraße 1a, 06114 Halle (Saale).

Danke an Matthias Behne (lautwieleise.de) für die Fotos und die Gestaltung!

 

 

Praxis Dr. Hirsch Halle (Saale)

Ich zahle Künstler*innen eine Ausstellungsvergütung, weil es für mich selbstverständlich ist. (Dr. med. Tobias Hirsch, Praxis für Innere Medizin und Gefäßkrankheiten in Halle (Saale))

Seit wann zahlen Sie eine Ausstellungsvergütung?
Seit 2008, seit ich die Praxis habe.

Zahlen Sie /Ihr Haus diese Ausstellungsvergütung aus dem eigenen Budget oder aus Mitteln der öffentlichen oder privaten Hand, aus Fördermitteln?
Ich bezahle das aus meinem eigenen Budget. Das mach ich gern. Kunst muss auch einfach den Künstler ernähren.

In welcher Form findet Ihre Ausstellungsvergütung statt?
In Form von Ankäufen oder ich bezahle eine monatliche Miete.

Folgen Sie dabei einem bestimmten Schema oder wird das immer wieder neu ausgehandelt bzw. angepasst?
Es wird immer wieder verhandelt. Es muss vor allen Dingen für den Künstler passen.

Halle (Saale), im November 2021

 

Danke!

Danke an Tobias Hirsch für das Statement und das ausführliche Interview! Weitere Infos: gefaessmedizin-hirsch.de, Adresse: Praxis für Innere Medizin und Gefäßkrankheiten, Leipziger Str. 5, 06108 Halle (Saale).

Danke an Matthias Behne (lautwieleise.de) für die Fotos und die Gestaltung!

 

 

forum gestaltung e.V. Magdeburg

Ausstellungsvergütung. Man sollte in dieser Gesellschaft nicht fragen müssen, ob, sondern warum nicht. (Norbert Pohlmann, Geschäftsführer des forum gestaltung e.V., Magdeburg)

Seit wann zahlen Sie eine Ausstellungsvergütung?
Seit Gründung des Kunstvereins 2005 betrachten wir Vergütungen, sofern sie nicht nur im direkt monetären Sinne gemeint sind, als wichtigen Bestandteil von entsprechenden Finanzierungsplänen.

Zahlen Sie / Ihr Haus diese Ausstellungsvergütung aus dem eigenen Budget oder aus Mitteln der öffentlichen oder privaten Hand, aus Fördermitteln?
Aus all dem. Als nicht institutionell geförderter Verein müssen wir jeden Euro, den wir ausgeben wollen, vorher besorgen.

In welcher Form findet Ihre Ausstellungsvergütung statt?
Es gibt vielfältige Formen der Zusammenarbeit. Dabei geht es, wie gesagt, nicht nur um monetäre Beziehungen. Unsere Ausstellungen sind in der Regel kuratiert. Wir kümmern uns um die Transporte, den Auf- und Abbau und die Gestaltung der Ausstellung, wenn gewollt, ganz ohne Zutun der Künstler*innen. Zu den Ausstellungen erscheinen Publikationen, zum Teil sehr umfangreiche Kataloge, von denen die Künstler*innen eine größere Anzahl Freiexemplare erhalten…

Folgen Sie dabei einem bestimmten Schema oder wird das immer wieder neu ausgehandelt bzw. angepasst?
Es ist unterschiedlich. Es gibt auch Fälle direkter Honorierung. Geplant sind Möglichkeiten von »artists in residence«, einer Stipendiumsvergabe mit Aufenthalt im forum gestaltung. Da sind wir in Abstimmungsprozessen mit Stadt und Land. Dennoch sehe ich eine "staatlich verordnete" Ausstellungsvergütung als problematisch an, weil sie eine flexible Arbeit erschwert. Austellende, Museen, Galerien und die Künstlerinnen und Künstler sind m. E. auch durchaus in der Lage verantwortungsvoll und der Lebenswirklichkeit entsprechend zu agieren. Was durchaus einschließt, gemeinsam Forderungen an Politik und Verwaltung zu stellen. Die gesamte Debatte zur Ausstellungsvergütung muss zudem begleitet werden von einem Diskurs über die Bewertung von schöpferischer Arbeit in der Gesellschaft insgesamt.

Magdeburg, im November 2021

 

Danke!

Danke an Norbert Pohlmann, Geschäftsführer des forum gestaltung e.V. für das Statement und das ausführliche Interview! Weitere Infos: https://www.forum-gestaltung.de, Adresse: forum gestaltung e.V., Brandenburger Str. 10, 39104 Magdeburg.

Danke an Matthias Behne (lautwieleise.de) für die Fotos und die Gestaltung!