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Wettbewerb Mahnmal/Denkmal/Erinnerungsort in Neustadt an der Orla (01.09.2019)

Die Stadt Neustadt an der Orla lobt einen beschränkten Künstlerwettbewerb für die Schaffung und Installation eines Mahnmals/Denkmals/Erinnerungsortes zum Thema "Das Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 - Gedenken nach 75 Jahren" aus. In der Stadt Neustadt an der Orla gibt es ein lebendiges Interesse zur Auseinandersetzung mit der Geschichte der Stadt, der Geschichte ihrer Menschen sowie deren regionalen und überregionalen Zusammenhängen. Im besonderen Fokus stehen neben der Erforschung historischer Zusammenhänge die rezeptionsgeschichtlichen Prozesse sowie die erinnerungskulturelle Dimension. Seit mehreren Jahren hat sich die Stadt aus Anlass des Kriegsendes des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren mit vielen Partnern aus der Bürgerschaft, Vereinen, Verbänden und Kirchen unter anderem der Erinnerungskultur von Krieg und Frieden gewidmet. Dabei stand nicht die "Weltgeschichte", sondern die Schwerpunkte Gewaltprävention, Demokratieerfahrung und Weltoffenheit des Geschehens vor Ort im Fokus. An diesen Prozess anknüpfend ist es der Wille der Bürgerschaft, auch das Gedenken an 75 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges in den Mittelpunkt der öffentlichen Auseinandersetzung zu stellen – offen und frei von parteipolitischen Tendenzen. Dabei sollen auf verschiedenen Wegen erinnerungskulturelle Zugänge eröffnet werden. Aus dieser Intention heraus will die Stadt ein öffentliches Denkmal/Mahnmal als „Erinnerungsort“ beauftragen, das bewusst die Auseinandersetzung zum Thema sucht. Hierbei gilt es zu bedenken, dass es in der Stadt bereits zwei Orte für ein Gedenken der Opfer von Terror und Gewaltherrschaft gibt. Der „neue“ Ort, an dem das Denkmal/Mahnmal Aufstellung finden soll, ist zugleich ein „alter“ Ort. Im Rosengarten wurde bereits 1925 ein „Ehrenhain mit Denkmal“ für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges errichtet und in den 1930-er Jahren als Rosengarten neugestaltet. Und schon vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden ein Tischlermeister und ein Holzbildhauer beauftragt, hölzerne Tafeln zu schaffen, die an die Gefallenen aus Neustadt und Molbitz zwischen 1939 und 1945 erinnern. Diese Tafeln, welche heute nur noch fragmentarisch erhalten sind, hingen in eben jenem „Rondell“ der ehemaligen Stadtmauer, wo nun das neue Denkmal/Mahnmal seine Aufstellung finden soll.


Weitere Informationen: https://www.neustadtanderorla.de/neues_aus_dem_rathaus/detail


Bewerbungsschluss: 1. September 2019