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Christin Müller und Claudia Klinkert in Eisleben

Ausstellung „ARS MORIENDI – Ein zeitgenössischer Blick“

21.05. - 31.10.2019

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit verstanden die Menschen den Tod als integralen Bestandteil des Lebens und akzeptierten ihn. Sie starben in ihrem alltäglichen Umfeld im Beisein ihrer Familie und Freunde. Heute jedoch sind der Tod und das Sterben aus der Wahrnehmung unserer Gesellschaft gerückt und werden mehr und mehr tabuisiert. Die Sonderausstellung „ARS MORIENDI“ fragt nach der Bedeutung dieses Themas in unserer Gegenwart und in der heutigen Kunst.

In der Sonderausstellung zeigen 13 Künstlerinnen aus Halle, Leipzig, Berlin und Potsdam anhand verschiedener Kunstformen, wie sie sich dieser vielfach verdrängten Materie auf ganz individuelle und damit sehr unterschiedliche Weise annähern. Mit ihren Bildern regen sie an, sich mit diesem unumgänglichen Schlusspunkt der menschlichen Existenz auseinanderzusetzen – und ihm den Schrecken zu nehmen.

Bilder zur Ars Moriendi haben eine lange Tradition: Eigentlich als Leitfaden für Geistliche bei der Begleitung Sterbender gedacht, wurde sie in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gesellschaft schnell zu einer Art Ratgeber für den Laien, um sich auf den Tod vorzubereiten. Dazu zählte die Regelung der letzten Dinge genauso wie das Heil der Seele. Die Ars Moriendi – die Kunst des Sterbens – wurde auch im Bild thematisiert. Künstlerische Werke verbreiteten sich als bildhafte Unterstützung bei der Vorbereitung auf das Sterben.

Die Sonderausstellung wurde von der Kunsthistorikerin Jutta Jahn aus Halle kuratiert. Sie konzipierte sie ursprünglich für die 22. Halleschen FrauenKulturTage 2017 zum Thema „ARS MORIENDI – Die Kunst des Sterbens“.

Museum "Luthers Sterbehaus"
Andreasplatz 7
06295 Lutherstadt Eisleben

Weitere Informationen: https://www.martinluther.de/de/ars-moriendi-ein-zeitgenoessischer-blick