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Pressemitteilung der IG BILDENDE KUNST zur Nationalratswahl in Österreich

Wir wählen: Kunst und Kind. Vernissage oder Gute-Nacht-Geschichte? Für die 1-Raum-Atelierwohnung  in New York bewerben oder noch 15 Jahre warten? Schluss mit den Entweder-oder-Fragen! "Wer nicht will, dass Künstler_innen mit Kinderbetreuungspflichten aus der Kunstszene verschwinden, muss gegensteuern", richtet sich Alexander Jöchl, Vorsitzender der IG BILDENDE KUNST, auch an Kunstpolitiker_innen. Dabei auch Geschlechterdifferenzen mitzudenken und Ungleichbehandlungen entgegenzuwirken, sei die besondere Herausforderung. Die IG BILDENDE KUNST fordert: "Kunst & Kind"-Stipendien; Residencies, Atelierplätze und Stipendien explizit für  Künstler_innen mit Kind/ern; Residencies mit adäquater Wohnsituation für mitreisende Kinder; keine Altersbeschränkungen bei Ausschreibungen; Atelierhaus für Künstler_innen mit Kind/ern inkl. Kinderbetreuungsmöglichkeiten; Angebot und Förderung von Kinderbetreuung bei Kunst- und Kulturveranstaltungen; bei Artist-in-Residence-Programmen und Auslandsaufenthalten Förderung für mitreisende Kinder zur Deckung von zusätzlichen Reisekosten, Kinderbetreuung etc.; klare Darstellung der Atelier- und Wohnsituation von Residencies in Ausschreibungen; Sammeln von Erfahrungsberichten und Tipps von Künstler_innen mit Kind/ern nach der Teilnahme an Artist-in-Residence-Programmen bei den ausschreibenden Stellen; freier Eintritt in Ausstellungen für alle unter 18. "Sobald Künstlerinnen Kinder haben, wird oftmals vorschnell angenommen, dass sie sowieso keine Zeit für die Kunst haben. Nicht mehr eingeladen zu werden, keine Aufträge mehr zu erhalten, sind verbreitete Sorgen - und existierende Erfahrungen", kritisiert Eva Dertschei, Vorstandsmitglied der IG BILDENDE KUNST und plädiert dafür, Geschlechterkonstruktionen auch in den Köpfen aufzubrechen. "Hier könnte der Kunstbetrieb Avantgarde sein und zeigen, wie es gemeinsam geht." Als nachahmenswert hebt Alexander Jöchl das Konzept des "Stipendium vor Ort" des Landes Nordrhein-Westfalen hervor - Förderungen, die explizit an Künstlerinnen mit Kindern vergeben werden, aber an keine Präsenzpflicht an einen bestimmten Ort gebunden ist. "Grundsätzlich geht es darum, Kinder als Lebensrealität auch von Künstler_innen mitzudenken - bei Förderprogrammen, Informationspolitik oder auch bei Veranstaltungen. Und das beginnt oft schon mit den Uhrzeiten.", betont Alexander Jöchl in Hinblick auf die sehr abendlastigen Events im Kunstbetrieb.

Weitere Informationen: www.igbildendekunst.at/politik/brennpunkte/wirwaehlen