15 neue Verzeichnisse in der Werk-Datenbank Bildende Kunst Sachsen-Anhalt veröffentlicht

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie auf die Veröffentlichung von 15 neuen Werk- und Nachlassverzeichnissen bildender Künstler*innen auf unserer online-Plattform "Werk-Datenbank Bildende Kunst Sachsen-Anhalt" aufmerksam machen.

Hier sind Sie herzlich eingeladen zu stöbern, zu forschen und zu überlegen, ob auch Sie Künstler*innen kennen, die in diese Datenbank hineingehören!

Ermöglicht wurde die Einspeisung der vielen Hundert Werke durch das Landesförderprogramm "Digital Heritage" und die professionelle Arbeit zahlreicher Kunstwissenschaftler*innen, Fotograf*innen, Informatiker*innen, Künstler*innen, Erb*innen und Nachlassverwalter*innen sowie unseren Partner*innen in den Museen und Sammlungen in und außerhalb von Sachsen-Anhalt. Herzlichen Dank an alle!

Wir stellen Ihnen nun in einzelnen Beiträgen die 15 Künstler*innen vor.

Zur Werk-Datenbank geht es hier: https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/

In diesem Jahr haben wir in Sachen Künstlernachlässe einiges vor, das an dieses Zwischenergebnis anschließt. Die im vergangenen Jahr ausgefallene Tagung über Künstlernachlässe in Sachsen-Anhalt soll nachgeholt werden, wir werben in der Politik weiter für ein Nachlasszentrum in Sachsen-Anhalt und arbeiten, sofern wir eine Förderung erhalten, an der Optimierung der Datenbank für mobile Endgeräte.

Schöne Grüße,
Ruth Heftrig
(Geschäftsführerin des BBK Sachsen-Anhalt)

Harald Döring (1941-1997)

Neu in der Werk-Datenbank (2/15): Harald Döring (https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?
pn=person&id=27
)

Der früh verstorbene Maler und Grafiker Harald Döring gilt als die Wiederentdeckung des Jahres 2020. Eine große Retrospektive, die von seinen Freunden und Kollegen Lutz Grumbach und Rolf Müller diesen Sommer in der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt präsentiert wurde, überraschte das Publikum unter anderem mit eindringlichen Porträts von befreundeten Familien und Persönlichkeiten, die ihm den Spitznamen des deutschen Francis Bacon bescherten. In seine Stillleben und Landschaften, die eine große Ruhe und Harmonie ausstrahlen, kann man sich lange versenken. Neben dem umfangreichen, großzügig bebilderten Katalog zur Ausstellung bietet nun auch die Werk-Datenbank Bildende Kunst Sachsen-Anhalt einen umfassen Einblick in Dörings Werk.

Harald Döring wurde 1941 in Pommern als Sohn eines Landwirts geboren und siedelte mit seiner Familie 1946 in den Kreis Staßfurt um. Nach einer Lehre als Saatzüchter und dem Besuch der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät in Rostock begann seine künstlerischer Karriere. Zunächst nahm er in Rostock an einem Zeichenzirkel teil, dann studierte er am Institut für Kunsterziehung der Universität Greifswald sowie anschließend an der Burg Giebichenstein bei Lothar Zitzmann und Willi Sitte. Anfang der 1970er Jahre war er Meisterschüler an der Akademie der Künste der DDR in Berlin bei Walter Womacka. In Langenstein bei Halberstadt sowie in Halle-Neustadt arbeitete er als freischaffender Künstler und leitete ab Mitte der 1970er Jahre einen Zeichenzirkel der VEB Leuna-Werke "Walter Ulbricht".

Die Kunsthistorikerin Dr. Ruth Heftrig aus Halle (Saale) hat für die Datenbank zwei Bestände Harald Dörings dokumentiert. Der Bestand der Gemälde umfasst 96 Objekte, der Bestand Grafik 12 Werke. Die meisten befinden sich in Privatbesitz, doch zeigt die Dokumentation, in wie vielen öffentlichen Sammlungen sich Döring vertreten ist – etwa im Staatlichen Museum Schwerin, im Kunstarchiv Beeskow, in der Kunsthalle Rostock, im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst Frankfurt (Oder), im Kunstmuseum Moritzburg Halle oder der Dokumentationsstelle zur Erfassung von Kulturvermögen des Landes Sachsen-Anhalt.

Beispiel aus der Werk-Datenbank: https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?pn=item&id=4329

Harald Döring: Krebs, 1978, Öl auf Hartfaser, 26x41cm

Signatur: unten Mitte: "Döring"

Aktueller Standort: Claudine Grumbach, Halle (Saale)

Eigentümer: Claudine Grumbach, Halle (Saale)

Bemerkungen zur Provenienz: 1986 im Besitz von Friederike und Lutz Grumbach, Halle siehe Kat. Moritzburg/Museum Schwerin 1986/87

Kernbestand: ja, Eigener Bestand: nein

Foto: Christoph Sandig, 2020

Beispiel aus der Werk-Datenbank (https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?pn=item&id=4329)
Harald Döring: Krebs, 1978, Öl auf Hartfaser, 26x41cm
Signatur: unten Mitte: "Döring"
Aktueller Standort: Claudine Grumbach, Halle (Saale)
Eigentümer: Claudine Grumbach, Halle (Saale)
Bemerkungen zur Provenienz: 1986 im Besitz von Friederike und Lutz Grumbach, Halle siehe Kat.
Moritzburg/Museum Schwerin 1986/87
Kernbestand: ja, Eigener Bestand: nein
Foto: Christoph Sandig, 2020

Katharina Heise (1891-1964)

Neu in der Werk-Datenbank (3/15): Katharina Heise (https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?
pn=person&id=31
)

Katharina Heise (1891-1964) ist die älteste der neu aufgenommenen Künstler*innen in der Werk-Datenbank Bildende Kunst Sachsen-Anhalt. Die Expressionistin, die seit den 1910er Jahren in Berlin lebte und arbeitete, kehrte nach der Zerstörung ihres Ateliers durch einen Bombentreffer 1942 in ihr Elternhaus in Schönebeck-Salzelmen zurück. Hier hatte sie als Tochter eines wohlhabenden Bauern eine höhere Schulbildung genossen und in Magdeburg die Kunstgewerbeschule besucht. Es folgte ein Studium in Dresden, wo sie den jungen Conrad Felixmüller kennen lernte und Kontakt zur Künstlergruppe „Die Brücke“ hatte. Gemeinsam mit ihrer Schwester Annemarie unternahm sie 1913/14 eine Studienreise nach Paris und die beiden strandeten schließlich während des Ersten Weltkrieges in Berlin. In der Zeitschrift „Die Aktion“ veröffentlichte Katharina Heise erstmals Holzschnitte. Angeregt durch ihre Ateliernachbarin Käthe Kollwitz widmete sie sich verstärkt der Bildhauerei und feierte in diesem Metier große Erfolge – allerdings unter ihrem männlichen Pseudonym Karl Luis Heinrich-Salze. Zurück in Schönebeck schuf sie vor allem Kleinplastiken zu christlichen Themen, konnte aber an ihre früheren Erfolge nicht mehr anknüpfen.

Da Heise ihren Nachlass vor ihrem Tod nicht testamentarisch geklärt hatte und keine dirkten Erben bekannt waren, wurde ein Teil der vorhandenen Kunstwerke im Elternhaus von Privatpersonen übernommen und gelangte später in private und öffentliche Sammlungen. Ein großer Bestand befindet sich heute im Salzlandmuseum Schönebeck, weitere Konvolute im Angermuseum Erfurt, im Kulturhistorischen Museum Magdeburg im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg und im Kunstmuseum Moritzburg Halle.

Die Kunsthistorikerin Dr. Doreen Pöschl aus Halle (Saale) pflegte rund 50 Hauptwerke der Künstlerin in die Werk-Datenbank ein, verzeichnet in den Beständen „Gemälde“ (15 Objekte), „Grafik“ (17 Objekte) und „Plastik“ (19 Objekte). Zum überwiegenden Teil handelt es sich um Arbeiten von vor 1945, da Heise hier den Großteil ihres noch vorhandenen Œuvres geschaffen hatte. Mit ihrer Rückkehr nach Schönebeck 1942/43 nahm ihre künstlerische Schaffenskraft rapide ab, daher sind nur wenige Werke aus der DDR-Zeit vorhanden. Das Salzlandmuseum in Schönebeck hatte sich im Rahmen der Ausschreibung zum Projekt Pilotverzeichnisse mit seinem Nachlass zu Katharina Heise beworben. Gemeinsam mit dem Mitarbeiter des Salzlandmuseums, Frank Löbig, traf die Bearbeiterin eine Auswahl von 33 Werken aus dem Bestand des Museums, die in die Datenbank aufgenommen wurden. Zusätzlich wurden Bestände des Kunstmuseums Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg, des Kulturhistorischen Museums Magdeburg, des Kunstmuseums Moritzburg in Halle (Saale) und des Angermuseums Erfurt sowie aus dem öffentlichen Raum in Schönebeck und aus Privatbesitz verzeichnet.

Beispiel aus der Werk-Datenbank:
https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?pn=item&id=3598

Katharina Heise: Frauenbildnis mit Maske, um 1918, Öl auf Leinwand, 94,5 x 45,2 cm

Signatur: Am rechten unteren Rand sind die verbundenen Initialen "KH" zu erkennen. Es könnte sich aber auch um ein eng verbundenes "KLH" handeln, welches auf das Pseudonym der Künstlerin verweist.

Aktueller Standort: Erfurt, Angermuseum; Aktuelle

Inventarnummer: VII 694, Aktuelle Präsentation: Depot

Zugangsart: Nachlass

Foto: Angermuseum, Andreas Kämper, 2020

Bernd Göbel (*1942)

Neu in der Werk-Datenbank (5/15): Bernd Göbel (https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?
pn=person&id=17
)

Der Bildhauer und Medailleur Bernd Göbel gehört zu den bekanntesten halleschen Künstlern unserer Zeit. Hallenser*innen begegnen seiner Kunst schon im Kleinkindalter, wenn sie sich am Hallmarkt im Sommer am Brunnen erfrischen, der im Volksmund den Namen „Göbel-Brunnen“ trägt. Neben seinen figürlichen Bronzeplastiken schuf er unzählige Medaillen und hat die Medaillenkunst an der Burg Giebichenstein vielen seiner Schüler*innen vermittelt. 2017 veröffentlichte er seine Autobiografie unter dem Titel „Verschiedenes Hell. Ein Bildhauer in Deutschland“. Die Liste seiner Auszeichnungen ist überwältigend: Will-Lammert-Preis der Akademie der Künste Berlin (1973), Gustav-Weidanz-Preis, Halle (1975), Kunstpreis der DDR (1984), Kunstpreis des FDGB (1988), Ernst-Rietschel-Preis, Pulsnitz (1998), Sandford-Saltus-Preis der American Numismatic Society (ANS) in New York (2000), Grand Prix von FIDEM (Internationale Medaillengesellschaft) in Paris (2002), Hallescher Kunstpreis (2012), Hilde-Broër-Preis für Medaillenkunst (2013), Kunstpreis der Stadt Wernigerode (2017).

Bernd Göbel wurde 1942 im sächsischen Freiberg geboren, wo er Anfang der 1960er Jahre eine Lehre zum Holzbildhauer absolvierte. Anschließend studierte er Bildhauerei an der Burg Giebichenstein und war während des Studiums in der hochschuleigenen Gießerei tätig. Um 1970 erhielt er erste Aufträge für Plastiken im öffentlichen Raum und fasste gleichzeitig als Dozent an der Burg Giebichenstein Fuß, die ihn 1982 zum Professor für Plastik berief. Er ist Gründungsmitglied des Nationalkomitees der DDR in der FIDEM (Fédérdation Internationale de la Médaille d ́Art/International Art Medal Federation) sowie der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst. Er lebt und arbeitet seit seiner Emeritierung 2008 freischaffend in Halle.

Die Kunsthistorikerin Dr. Doreen Pöschl aus Halle (Saale), die übrigens auch ihre Doktorarbeit über Bernd Göbel schrieb, konnte als Bearbeiterin der Bestände Göbels gewonnen werden. Aus seinem umfangreichen Gesamtwerk wählte sie gemeinsam mit dem Künstler und dessen Ehefrau Eva Göbel in den Gattungen Plastik (32 Werke), Medaille (13 Werke) und Grafik (5 Werke) die wichtigsten Objekte aus und wurde damit der gestellten Aufgabe gerecht, einen „Kernbestand“ an Werken herauszukristallisieren.

Beispiel aus der Werk-Datenbank: https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?pn=item&id=3841

Bernd Göbel: Wartet nicht auf bessre Zeiten, 1990 Bronze, Farbe, Vergoldung, Durchmesser: 10,0 cm

Signatur: Ein "G" für Göbel auf der Medaillenrückseite am Fuß es Baumes

Objektbeschreibung: Inschrift auf der Medaillenrückseite: „Wartet nicht auf bessre Zeiten wartet nicht mit eurem Mut / gleich dem Tor der Tag für Tag an den Flusses Ufer wartet / bis die Wasser abgeflossen die doch ewig fliessen.“

Aktueller Standort: Bernd Göbel, Lettin;

Aktuelle Präsentation: Atelier

Bemerkungen zur Provenienz: Abgüsse vorhanden in folgenden Sammlungen: Kunstsammlung Dresden, Staatliche Museen zu Berlin, Württembergisches Landesmuseum Stuttgart

Foto: Werner Ziegler, 2013

Carola Helbing-Erben (*1952)

Neu in der Werk-Datenbank (6/15): Carola Helbing-Erben (https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?pn=person&id=30)

Carola Helbing-Erben hat sich als Künstlerin das Überschreiten von Genregrenzen und die Integration diverser Kunsttechniken auf die Fahnen geschrieben. Dennoch liegt ein Schwerpunkt ihrer Arbeit im textilen Bereich, wobei einerseits Gobelins und Stickereien, andererseits textile Arbeiten auf Papier entstanden. Ihre Acrylmalerei wiederum bildet einen weiteren Arbeitsschwerpunkt. Die Werk-Datenbank Bildende Kunst Sachsen-Anhalt bereichert Helbing-Erben bislang als Einzige mit Installationen und filmischen Arbeiten. Die Künstlerin gehört zu einer Generation, die sich während des Umbruchs um 1990 mitten in ihrer Karriere befand. Über die Herausforderungen der Wendezeit schrieb sie kürzlich in der Zeitschrift kultur politik des BBK-Bundesverbandes (Carola Helbing-Erben: WENDE-Punkte im Rückblick, in: kultur politik, Ausgabe 3/2020, S. 18-19).

Carola Helbing-Erben (*1952) studierte am Institut für Lehrerbildung Halle mit Wahlfach Kunsterziehung und arbeitete in den 1970er Jahren als Unterstufenlehrerin in Stumsdorf, Kreis Bitterfeld. Es folgte 1977 bis 1982 das Studium an der Burg Giebichenstein in Halle, das sie mit einem Diplom im Fachbereich Bildwand-teppichgestaltung bei Inge Götze abschloss. Seit 1982 arbeitet sie freiberuflich in Halle (Saale), Berlin und Hermsgrün im Vogtland, mit einem Intermezzo in Bremen 2008 bis 2010. 2011 bis 2015 arbeitete sie als Kunstlehrerin an der Jüdischen Traditionsschule Berlin.

Helbing-Erben erhielt folgende Auszeichnungen: 1982,1986 und 1987 den „Gute Form“ Messepreis Leipzig; 1993 und 1996 je ein Arbeitsstipendium des Landes Sachsen-Anhalt; Gewinnerin des Kunst-am-Bau-Wettbewerbs für das Arbeitsgericht Halle, 2000 Gewinnerin des Kunst-am-Bau-Wettbewerbs für die Clausewitz-Kaserne in Burg, 2001 Arbeitsstipendium der Salzlandsparkasse Bernburg. Werke Helbing-Erbens befinden sich in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, im Schlossmuseum Bernburg und im Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg.

Weitere Informationen: www.carola-helbing-erben.de

Die Verzeichnisse Grafische Mischtechniken (21 Werke), Installationen (9 Werke), Malerei (20 Werke) und Textil (52 Werke) wurden von Isabell Schmock-Wieczorek aus Leipzig erstellt. Helbing-Erben hatte 2019 an der Ausschreibung zur Teilnahme an der Werk-Datenbank erfolgreich teilgenommen und stellte dem Projekt hilfreiches Material zur Verfügung. Neben Werken aus dem Besitz der Künstlerin wurden Bestände aus öffentlichen Sammlungen aufgenommen, so etwa aus dem Archiv der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, in dem die Arbeit der Textilmanufaktur Halle dokumentiert ist, in der Helbing-Erben zeitweise tätig war.

Beispiel aus der Werk-Datenbank: https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?pn=item&id=3725

Carola Helbing-Erben: Wege, 1992, Stickerei (Maschinenstickerei, Seidenstoffe gestickt, appliziert),
60 x 40 cm

Objektbeschreibung: in starken Farb- und Formkontrasten ausgeführte Maschinenstickerei; geometrische Rahmenformen beinhalten weniger geordnete Formen Artefakte / Herstellungsprozess: Maschinenstickerei ausgeführt von Regina Rademacher; nochmalige Ausführung des Entwurfs durch Regina Rademacher im Auftrag der Textilmanufaktur HAWEBA (130x95cm) (heute im Archiv der Burg Giebichenstein: Inv.Nr.: 40-WE-V-51)

Aktueller Standort: im Besitz der Künstlerin

Eigener Bestand: ja; Zustand: gut

Foto: René Schäffer, 2020

Robert Propf (1910-1968)

Neu in der Werk-Datenbank (7/15): Robert Propf (https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?pn=person&id=26)

Der Bildhauer Robert Propf (1910-1968) dürfte den meisten Kunstinteressierten in Mitteldeutschland heute unbekannt sein. Dabei hat er in und um Köthen viele Spuren, insbesondere im öffentlichen Raum und in Kirchen, hinterlassen. Dass seine Nachfahren von der Ausschreibung zur Werk-Datenbank erfahren und sich erfolgreich beworben haben, erlaubt nun erstmals eine umfassende öffentliche Dokumentation einer Auswahl seines Werkes. Bislang existierte lediglich eine wissenschaftliche Studie, die unveröffentlicht blieb. Das Werk Propfs ist nicht unproblematisch, fand es doch während des Nationalsozialismus ebenso große Beachtung wie nach 1945 in der Bundesrepublik und in der Deutschen Demokratischen Republik.

Robert Propf wurde 1910 in Köthen geboren. Ab 1926 begann er seine künstlerische Ausbildung zunächst mit einer praktischen Lehre als Holzbildhauer in Dessau. Ein Jahr später nahm er Kurse im Zeichnen und Modellieren an den Dessauer Technischen Anstalten. Ab 1928 erfolgte eine zwei Semester umfassende Ausbildung an der Holzschnitzfachschule im schlesischen Warmbrunn. Ein Jahr später schrieb Propf sich an der Staatlichen Hochschule für bildende Kunst in Weimar für die Bildhauerklasse ein. Nach wiederum zwei Semestern wechselte er zur Akademie der bildenden Künste nach Wien und setzte dort 1930/1931 seine Studien fort. Es schloss sich eine fünfjährige Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste in Dresden an (1931–1936). Ab 1936 begann Propf seine freischaffende Tätigkeit in Essen/Ruhr. Nach der Bombardierung der Stadt Essen und der Zerstörung seines Atelierhauses kehrte er mit seiner Familie 1943 nach Köthen zurück. Propf richtete sich im Schlossbereich ein Atelier ein, das über 40 Jahre seine Wirkungsstätte wurde. Werke Propfs befinden sich in folgenden öffentlichen Sammlungen: Kunsthistorisches Museum Wien, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, Historisches Museum Köthen, Naumann-Museum Köthen.

Die Verzeichnisse zu Propf wurden erstellt von Sven Pabstmann, Halle (Saale). Das Œuvre Propfs beinhaltet neben zahlreichen autonomen grafischen Arbeiten vor allem monumentale Denkmalplastik, Bauplastik und -ornamentik, Grabmal- und Brunnenplastik, Porträtplastik, Plaketten und Medaillen, Sgraffiti, Mosaike und Scagliola sowie sakrale Kunst wie Glasbildfenster und Kirchenmöbel. Propf hat in Holz, Messing, Kupfer, Terrakotta und Stein sowie mit Bronze, Eisen und Kunststein gearbeitet. Sein bildhauerisches Gesamtschaffen umfasst etwa 1.300 Werke. Sein Nachlass befindet sich in Familienbesitz und umfasst heute noch etwa 60 Plastiken (Gipsmodelle), 90 Plaketten und ca. 1.800 Zeichnungen. Der Nachlass gelangte nach mehreren Ortswechseln, durch die es zu Beschädigungen an den Skulpturen und auch Verlusten gekommen ist, schließlich nach Dessau-Mosigkau, wo er seit etwa 10 Jahren in einem separaten Raum auf dem Grundstück einer Enkelin des Bildhauers untergebracht ist. Eine wichtige Grundlage für die Bearbeitung des Nachlasses bildete neben alten Ausstellungskatalogen und dem Bildarchiv Propfs, in dem der Bildhauer sämtliche Arbeiten seit den späten 1920er Jahren nahezu lückenlos fotografisch dokumentiert hat, das von der Kunsthistorikerin Claudia Bergner-Jenkner M.A. im Rahmen ihrer Magisterarbeit (2001) erstellte Werkverzeichnis. Auf dieser Basis und durch die Sichtung des Nachlassbestandes wurde für die Einspeisung in die Werk-Datenbank Bildende Kunst Sachsen-Anhalt eine Auswahl von insgesamt 62 Werken getroffen. Das Hauptaugenmerk ist dem Schwerpunkt von Propfs Schaffen folgend ausschließlich auf die Bildhauerwerke aus den frühen 1940er Jahren bis um das Jahr 1980 gerichtet. Das umfangreiche Zeichnungskonvolut (1.800 Handzeichnungen) blieb hierbei unberücksichtigt, da die Sichtung und Bearbeitung des weitgehend unerschlossenen Bestandes als zu zeitaufwendig eingestuft wurde.

Beispiel aus der Werk-Datenbank: https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?pn=item&id=3865

Robert Propf: Chloe (Torso), 1942-1946, Stucco oder Terrakotta, 54 cm hoch

Edition: Einzelstück

Alternative Titel: Fragment von Cloë

Entstehungsort: Köthen (Anhalt)

Aktueller Standort: Dessau-Mosigkau, Nachlassdepot; Aktuelle

Inventarnummer: 11; Zugangsart: Nachlass

Kommentar / Kontext / Wirkungsgeschichte: Für die Zeche "Hibernia" in Herne in Lebensgröße als Ganzfigur ausgeführt und nach 1950 in Kunststein auch im Garten des Krankenhauses West in Köthen aufgestellt (beide zerstört). Die lebensgroße weibliche Aktplastik „Cloe“ (oder Chloë) taucht gleich in mehreren Kopien auf, von denen eine im Garten des Casinos von Herne steht, während die andere im Park des Köthener Krankenhauses ihren Aufstellungsort findet. Eine Aufnahme aus Propfs Atelier von 1941 beweist die Existenz des Gipsmodells schon für das Jahr 1941 (BAP 080a.9). Die grazile Figur eines jungen Mädchens für den Casinogarten in Herne (BAP 091.1-2) wird 1943 in Steinguss abgegossen, während die Skulptur für Köthen (BAP 091.3) erst 1950, ebenfalls Steinguss, im Krankenhausgarten aufgestellt wird. Der Name „Cloe“ ist der Beiname der Frühlingsgöttin Demeter, die offensichtlich als Schmuckfigur in beide Zusammenhänge hineinpasst. Die Darstellung der Frühlingsgöttin belegt das stetige Interesse des Bildhauers an antiker Mythologie, aber auch den Wunsch der Auftraggeber nach dekorativer, lebensfroher Plastik in den letzten Kriegsjahren (vgl. Berger-Jenkner 2002 (Bd. 1), S. 108).

Kernbestand: ja; Nachlassbestand: ja

Zustand: Restaurierungbedarf

Sachindex: Mythologie

Foto: Joerg Lipskoch, 2020

 

 

Rolf Müller (*1941)

Neu in der Werk-Datenbank (9/15): Rolf Müller (https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?pn=person&id=33)

Der hallesche Künstler Rolf Müller (*1941) ist auf doppelte Weise mit der Werk-Datenbank verbunden. Zum Einen unterstützte er die Erstellung der Verzeichnisse zu Harald Döring, zum Anderen ist er nun auch selbst in der Werk-Datenbank mit seinem Hauptwerk vertreten. Umtriebig ist Müller nicht nur hier vor Ort in Halle (Saale), sondern seine Kunst zeugt in eindringlicher Weise von vielen Reisen in ferne Gegenden unserer Erde. Seine Malerei und Grafik – sowie unterschiedliche Mischformen – lassen den intensiven Austausch mit Menschen, Literatur, Philosophien und Landschaften spüren, beispielsweise in China oder Armenien. Von 1959 bis 1963 studierte Rolf Müller an der Karl-Marx-Universität Leipzig Germanistik und Kunsterziehung.

Parallel dazu besuchte er die Abendakademie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Von 1965 bis 1970 erfolgte ein Studium an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle, Burg Giebichenstein im Fachbereich Angewandte Kunst/Malerei bei den Professoren Lothar Zitzmann, Willi Sitte und Hannes H. Wagner. Seit seinem Diplom arbeitete er an der Burg Giebichenstein – zuerst im Grundlagenstudium, seit 1987 im Fachgebiet Malerei /Textil, später dann als Professor für Kunsterziehung. Neben seiner Lehrtätigkeit arbeitete Rolf Müller kontinuierlich als Textilgestalter und Zeichner. Erst nach dem Studium fand er zur Druckgrafik. In seinen späteren Arbeiten ist der Einfluss seiner Reisen nach Mittel- und Südostasien, zuletzt in die Kaukasusregion von Armenien und Georgien bemerkbar. Seine Arbeit als Textilkünstler beeinflusst auch seine grafische Arbeit. Seine Werke befinden sich in folgenden öffentlichen Sammlungen: Akademie der Wissenschaften Berlin, Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, Johannes-Brahms-Saal und Schloss Elisabethenburg in Meiningen, Kunstsammlungen im Schloss Bernburg, Landes-Versicherungs-Anstalt Halle (LVA Halle), Mitteldeutsche Energie AG Halle (MEAG), Museum für Internationale Kunst, Quin Dao(China), Staatliche Kunstsammlungen Dresden (Pillnitz).

Müllers Verzeichnisse "Textil", "Grafik", "Malerei" und "Zeichnung" wurden erstellt von Dr. Ruth Heftrig (Sichtwechsel - Agentur für Kunst und Kulturgeschichte), Halle (Saale). Die Auswahl der Werke beruht auf der Sichtung seines gesamten Œuvres durch den Künstler selbst im Rahmen seines Buchprojektes "Unterwegs. Rolf Müller - Retrospektive 1060-2017", Halle (Saale) 2017. Dafür hatte er sein Werk gesichtet, katalogisiert und fotografisch dokumentiert. Auf dieses geordnete und bewertete Material konnte für die Einspeisung in die Werk-Datenbank Bildende Kunst Sachsen-Anhalt zurückgegriffen werden. Vereinzelt wurden Werke, die nicht im Buchprojekt berücksichtigt worden waren, ergänzt, um eine ausgewogenere Auswahl zu gewährleisten.

Beispiel aus der Werk-Datenbank: https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?pn=item&id=4188

Rolf Müller: Einklang, 2012, Papier (Mischtechnik), 72 x 52 cm

Datierung durch Künstler: 07.08.2012

Edition: Einzelstück;

Bezeichnung, durch Künstler/in: datiert unten links

Aktueller Standort: Rolf Müller

Kommentar / Kontext / Wirkungsgeschichte: Die Werkverzeichnisnummer #259 folgt dem Katalog "Unterwegs. Rolf Müller - Retrospektive 1960-2017", Halle (Saale) 2017, für den der Künstler im beigelegten Index sein Werkverzeichnis mit einer eigenen Nummerierung angelegt hat.

Kernbestand: ja; Eigener Bestand: ja

Foto: Rolf Müller

Annedore Policek (*1935)

Neu in der Werk-Datenbank (10/15): Annedore Policek (https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?pn=person&id=22)

Annedore Policek (*1935) ist eins von sieben BBK-Mitgliedern, deren Hauptwerk nun online dokumentiert ist. Mit ihren Wirkungsorten Halberstadt und Magdeburg steht sie in unserem Pilotprojekt für wichtige malerische Positionen im nördlichen Sachsen-Anhalt. Auch ihr Werk ist aber weiter gefächert. Gemeinsam mit ihrem Mann Wolfgang Policek (1932-2000) schuf sie baugebundene Kunst, von der heute bedauerlicherweise nicht mehr viel überliefert ist, und auch ihre Arbeiten auf Papier sind bemerkenswert. Einer Künstlerin, die sich ständig neu erfindet, war mit diesem Projekt die Gelegenheit gegeben, in die eigene Vergangenheit zurückzublicken und zu staunen, welch spannende künstlerische Reise sie bislang zurückgelegt hat.

Annedore Policek wurde in Magdeburg geboren und absolvierte 1951-54 eine Schriftenmalerlehre in Halberstadt. Es folgte 1958-61 ein Studium an der Fachschule für angewandte Kunst in Magdeburg sowie ein Studium in der Fachrichtung Wandmalerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. 1982 erhielt sie den Erich-Weinert-Kunstpreis der Stadt Magdeburg. 1997 zog sie nach Halberstadt um und lebt inzwischen wieder in ihrer Heimatstadt Magdeburg.

Die Verzeichnisse "Baugebundene Kunst", "Collage", "Grafik", "Malerei", "Objekt" und "Zeichnung" von Annedore Policek hat Josephine Rex aus Halle (Saale) erstellt. Es wurde eine intensive Sichtung des Gesamtwerkes anhand erhaltener und zerstörter Arbeiten in Zusammenarbeit mit der Künstlerin vorgenommen, vor allem an dem ehemaligen Wohn- und Arbeitsort Halberstadt, wo die Werke der Künstlerin hauptsächlich aufbewahrt werden. Werke in öffentlichen Sammlungen wurden ebenfalls sorgfältig dokumentiert, um den Stellenwert der Künstlerin sichtbar zu machen (Kulturhistorisches Museum Magdeburg, GLEIMHAUS, Museum der deutschen Aufklärung, Halberstadt). Zu vermerken ist auch die regelmäßige Teilnahme an den Kunstausstellungen des Bezirkes Magdeburg, an den Kunstausstellungen der DDR in Dresden und vielen weiteren Gruppenausstellungen. Würdigungen einiger ihrer Werke finden sich in den Zeitschriften "Bildende Kunst" und "Der Fährmann" sowie in lokalen Zeitungen. Das Projekt ermöglichte es, vor allem die zahlreichen großflächigen, teilweise zerstörten Wandgestaltungen und Arbeiten im öffentlichen Raum zu dokumentieren.

Beispiel aus der Werk-Datenbank: https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?pn=item&id=4043


Annedore Policek: Drachenflieger im Allgäu, 1999, Leinwand auf Acryl, 130 x 97 cm

Edition: Einzelstück

Signatur: unten rechts: A. POLICEK 99

Aktueller Standort: Annedore Policek, Halberstadt

Foto: Matthias Behne, August 2020

Wolfgang Policek (1932-2000)

Neu in der Werk-Datenbank (11/15): Wolfgang Policek (https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?pn=person&id=25)

Mit Wolfgang Policek (1932-2000) wird in der Werk-Datenbank ein weiterer Maler gewürdigt, der zu den herausragenden künstlerischen Positionen Magdeburgs zählt. Neben dem malerischen Spätwerk Policeks aus den 1990er Jahren zeigt die Auswahl auch seine frühere Entwicklung, etwa seine Einflüsse durch Reisen oder seine Arbeit in der keramischen Wandgestaltung, die für die Forschung zur Kunst aus der DDR und der Wendezeit sowie der Kunstszene im mitteldeutschen Raum wesentlich sind.

Wolfgang Policek wuchs in Halberstadt auf und erlernte dort nach dem Besuch der Grundschule das Handwerk eines Dekorationsmalers. 1957 nahm er ein Studium an der Fachschule für angewandte Kunst in Magdeburg auf, das er 1960 abschloss und im selben Jahr an der Hochschule für Bildende Kunst in Dresden in der Richtung Wandmalerei fortsetzte. Nach dem Diplom in Dresden wurde er 1965 in Magdeburg ansässig und wirkte hier als freischaffender Maler und Grafiker, ehe er 1997 wieder nach Halberstadt übersiedelte. Policek gehörte zu der Künstlergeneration, die selbstbewusst den ersten vorsichtigen Bruch mit der restriktiven Kulturpolitik in der DDR der 1950er Jahre sichtbar vollzog. In den letzten Lebensjahren näherten sich seine Arbeiten immer stärker der Konkreten Kunst. Policek nahm mit Arbeiten in seiner Magdeburger Zeit an allen Bezirkskunstausstellungen bis 1990, an den legendären Ausstellungen “Vorgänge” I und II im Kulturhistorischen Museum Magdeburg sowie an zentralen Ausstellungen der DDR teil. Für öffentliche Einrichtungen schuf er, zum Teil gemeinsam mit seiner Frau Annedore Policek, zahlreiche wandgebundene Malereien und Keramikbilder.

Die Verzeichnisse "Baugebundene Kunst", "Grafik", "Collage", "Malerei" und "Zeichnung" des Künstlers Wolfgang Policek wurden erstellt von Josephine Rex, Halle (Saale). Zur Bearbeitung seines Nachlasses von nahm sie eine intensive Sichtung des Gesamtwerkes anhand erhaltener und dokumentierter zerstörter Werke in Zusammenarbeit mit seiner Witwe vor, der Künstlerin Annedore Policek. Dies geschah durch Besuche am jetzigen Wohnort von Annedore Policek in Magdeburg sowie am früheren Wohn- und Arbeitsort des Künstlerehepaars in Halberstadt.

Beispiel aus der Werk-Datenbank: https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?pn=item&id=3968

Wolfgang Policek: Rotes Meer, 1990, Acryl, 90 x 120 cm

Signatur: unten links: W. POLICEK 90

Aktueller Standort: Annedore Policek, Halberstadt

Foto: Matthias Behne, August 2020

Jury kürte 11 Künstler*innen für die Werk-Datenbank

Annedore Policek: Sommer, 2002

Eine fünfköpfige Fachjury aus Vertreter*innen der Kunststiftung Sachsen-Anhalt, des Kunstmuseums Magdeburg, der Feininger-Galerie Quedlinburg sowie freien Kunstwissenschftler*innen hat in ihrer Sitzung am 29. Juli 2019 aus 21 eingereichten Bewerbungen schließlich 11 Vor- bzw. Nachlässe bildender Künstler*innen zur Aufnahme in die "Werk-Datenbank bildende Kunst Sachsen-Anhalt“ ausgewählt. Unter den Antragsteller*innen befinden sich sowohl lebende Künstler*innen als auch Erb*innen verstorbener Künstler*innen aber auch nachlassbewahrende Museen, wie z. B. das Salzlandmuseum Schönebeck. Für die Auswahl der Künstler*innen waren verschiedene Kriterien ausschlaggebend. Neben der künstlerischen Qualität wurde bei der Entscheidungsfindung auch auf ein ausgewogenes Verhältnis von Vor- und Nachlässen und deren geografische Verteilung in Sachsen-Anhalt Rücksicht genommen. Schließlich sollte die Auswahl auch die Vielfalt künstlerischer Arbeit in Sachsen-Anhalt widerspiegeln.

Die nun getroffene Auswahl setzt sich aus 5 Nachlässen bereits verstorbener Künstler*innen sowie 6 Werkbeständen noch lebender Künstler*innen zusammen. Die Auswahl deckt zudem eine breite Palette künstlerischer Arbeit ab. Unter den ausgewählten Künstler*innen finden sich Maler*innen, Grafiker*innen und Illustrator*innen ebenso wie Bildhauer*innen, Textilkünstler*innen, Keramiker*innen sowie Metall- und Schmuckgestalter*innen.

Ausgewählt wurden: Benno Butter (1914–1985), Maler, Grafiker; Harald Döring (1941–1997), Maler, Grafiker, Zeichner, Kunsterzieher; Katharina Heise (1891–1964), Bildhauerin, Malerin, Grafikerin; Carola Helbing-Erben (*1952), Malerin, Grafikerin, Textil- und Konzeptkünstlerin; Rolf Müller (*1941), Maler, Grafiker und Textilkünstler; Wolfgang Policek (1932–2000), Maler, Grafiker; Annedore Policek (*1935), Malerin, Grafikerin; Robert Propf (1910–1988), Bildhauer; Christoph Reichenbach (*1950), Bildhauer; Renée Reichenbach (*1956), Keramikerin; Egon Sellin (*1930), Metall- und Schmuckgestalter.

Rückblick: Ausschreibung Frühjahr 2019: Download (61KB)

 

 

Projekt "Pilotverzeichnisse der Werk-Datenbank Bildende Kunst Sachsen-Anhalt"

Der Berufsverband Bildender Künstler Sachsen-Anhalt konnte am 7. Mai 2018 mit dem neuen Projekt "Pilotverzeichnisse der Werk-Datenbank Bildende Kunst Sachsen-Anhalt" an den Start gehen. Das Pilotprojekt ermöglicht die Eingabe und Veröffentlichung erster Inhalte in die Werk-Datenbank. Am Ende der Projektlaufzeit – im Februar 2021 – werden ausgewählte Pilotverzeichnisse online zur Verfügung stehen. Das Vorhaben wird im Rahmen der Förderinitiative "Digital Heritage" der Investitionsbank Sachsen- Anhalt finanziert. Das Programm unterstützt Projekte zur Digitalisierung von Kulturgütern, die repräsentativ für die Stadt, die Region, das Land Sachsen-Anhalt oder für die jeweilige Kultureinrichtung sind.

Das Pilotprojekt bietet Künstler*innen und Interessent*innen:

  • Professionelle Verzeichnung von Nachlass- bzw. Werkverzeichnissen
  • Beratung bei der Festlegung des Kernbestandes
  • Beauftragung professioneller Fotograf*innen für die digitale Dokumentation von max. 50 Hauptwerken
  • Zeitlich unbegrenzte Bereitstellung der Datensätze und Digitalisate
  • Bundesweite Vernetzung mit anderen Nachlassinitiativen
  • Frei zugängliche Recherche mit weltweiten Zugriffsmöglichkeiten

Über die Aufnahme eines Werkverzeichnisses oder Nachlasses als "Pilotverzeichnis der Werk-Datenbank" (Projektlaufzeit: 2018-2021) entscheidet ein vom BBK bestelltes Auswahlgremium. Zentrale Kriterien für die Aufnahme als Teilnehmer*in des Pilotprojekts sind u.a.:

  • Relevanz des Werkes bzw. Nachlasses für die Kunst-, Kultur- und Regionalgeschichte von Sachsen-Anhalt
  • Vielfalt der Gattungen
  • Aktueller Bedrohungsgrad der materiellen Objekte
  • Aufbereitungsgrad der Datenbasis (z. B. Inventarlisten, Werkverzeichnis, fotografische Dokumentation)

Ansprechpartner

Bei Fragen zum Themenbereich Künstlernachlässe sowie für weitere Auskünfte zur Werk-Datenbank Bildende Kunst Sachsen-Anhalt wenden Sie sich bitte an Jenny Weber, Projektkoordination "Pilotverzeichnisse der Werk-Datenbank Bildende Kunst Sachsen-Anhalt".

Kontakt:
Jenny Weber
Berufsverband Bildender Künstler Sachsen-Anhalt e.V.
Große Klausstraße 6
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345-2026821
E-Mail: nachlass@bbk-sachsenanhalt.de
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