Open Call: Gesucht werden Ausstellungsprojekte & D21/Solo für das Jahresprogramm 2025/26 »ALIEN«

Der D21 Kunstraum versteht sich als Plattform und Experimentierfeld für lokale und internationale Künstler:innen. Er zeigt Gruppen- und Einzelausstellungen zu gesellschaftsrelevanten Themen vornehmlich aus den Bereichen Neue Medien, Performance, Fotografie und Installation.

Im Rahmen seines Jahresthemas ALIEN sucht der D21 Kunstraum Ausstellungsprojekte, die sich mit dem Thema künstlerisch und kuratorisch auseinandersetzen. Das Alien taucht in verschiedenen Kunst- und Kulturformen wie Theater, Games, Bildender Kunst und Literatur auf und ist stark mit Identitätsdebatten, wie auch mit Debatten um Empowerment verknüpft. Das Jahresthema des D21 handelt von der Idee des „Aliens“ als Bild für das „Fremde“, aber auch der Alienation, des Befremdenden im (vermeintlich) Eigenen.

Was ist das eigentlich, ein:e Alien? Im Englischen wird die Doppeldeutigkeit des Begriffs als „fremd, anders“ besonders deutlich: Als „Aliens“ werden Personen gesehen, die nicht Bürger:innen oder Staatsangehörige des Landes sind, das sich darin abgrenzt: Citizens vs. Aliens. Der Begriff „Alien” meint hier also vor allem die (von uns) Fremden. Das Alien, wie wir es aus dem Science-Fiction-Film kennen, braucht den Zusatz „extraterrestrial life“ oder „alien life“. Der Begriff „alienated“ übersetzt sich aus dem Englischen hingegen am besten mit „entfremdet“ und beschreibt sehr genau, wie viele Personen in marginalisierten Communities ihre Rolle in einer sexistischen, antifeministischen, homophoben, rassistisch oder antisemitisch diskriminierenden Gesellschaft selbst beschreiben. Das Alien wird daher schon seit den 1960er Jahren in queeren Theorien insbesondere von LGBTQIA*, PoC und Schwarzen Menschen als Allegorie für das Gefühl genutzt, entfremdet und separiert von einer heteronormativen Gesellschaft weißer Vorherrschaft zu sein. Aspekte der Allegorie „Alien“ zeigen sich als Fremd- und Selbstbezeichnung, Kampfbegriff, ermächtigender Aneignung und Strukturkritik auf.

Leider neigen Menschen dazu, Empathie nur für den engsten, ähnlichsten Kreis zu empfinden und vermeintlich Fremdes abzulehnen. Wir alle othern, vergleichen uns mit anderen und distanzieren uns, basierend auf der Vorstellung, dass Menschen und Gesellschaften sich durch Lebensform, Kultur oder andere Merkmale von der eigenen sozialen Gruppe erheblich unterscheiden. Dies ist eine Alienation, die in der Mitte der Gesellschaft stattfindet, sei es wegen des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, der Religionszugehörigkeit, der ethnischen Zugehörigkeit, der Nationalität, der sozialen Stellung innerhalb einer Gesellschaft, oder auch wegen vermeintlicher biologischer Unterscheidungskriterien zwischen Menschen. Menschen bestimmter Hautfarben und Identitäten werden unsichtbar gemacht oder besonders exponiert durch Bias, die anfällig machen für Gewalt durch Rassismus und Antisemitismus, Ausgrenzung und Gewaltverbrechen.

Die Ausstellungen und Begleitprogramme sollen medial über- und ineinandergreifend das Thema des „Aliens“ in der Bildenden und Performativen Kunst zeigen, ggf. erweitert um Motive aus dem Gaming, Film, Literatur und Theater. Zusätzlich zu den künstlerischen Positionen können die Ausstellungen auch Brücken zum Design oder der Comic Culture bauen und mit kulturhistorischem Hintergrundwissen das enorme Potential des Aliens als Role-Model beleuchten.

Bewerbung für Gruppenausstellung

1. Konzeptpapier mit folgenden Angaben:

  • Konzeptbeschreibung (max. 800 Wörter)
  • Beschreibung der eigenen Praxis (400 Wörter)
  • Liste & Infos zu den einzuladenden Teilnehmer:innen (Künstler:innen, Referent:innen mit Kurzbiografie und Foto(s) der Arbeiten

2. CV der Konzeptverfasser:innen
3. Budgetskizze
 

Bewerbung für Einzelausstellung (D21/Solo**)

  1. Artist Statement über Arbeitsweise, künstlerische Haltung, Fragestellung(en)/ Arbeiten, die während der Ausstellung gezeigt werden sollen (max. 1 Seite)
  2. CV der Konzeptverfasser:innen
  3. Portfolio zu bisher realisierten Arbeiten im PDF-Format mit aussagekräftigen Texten und Bildern
  4. Budgetskizze

Bitte alles in einem Gesamt-PDF (keine Einzelseiten) senden (max. 10 Seiten; Datenvolumen max. 12MB) oder dauerhaft nutzbaren Downloadlink verwenden; zeitbasierte Medien wie Video/Sound bitte nur als Link zur Verfügung stellen.

Die Realisierung des Projektes erfolgt unter Vorbehalt einer Finanzierung. Die Einreichungen können auf Deutsch oder Englisch bis zum 31.05.2024 an gesendet werden. Die Auswahl trifft das Kuratorium des D21.