Kunstpavillon & Neue Galerie, Innsbruck
Eine Gesellschaft, die nicht mehr dazu in der Lage ist, die sie umgebenden Systeme zu deuten und zu verstehen, erleidet eine Art Schockzustand, der stetig wachsende Teile der Gesellschaft in konservative und restriktive Muster flüchten lässt. Misogynie als machtstabilisierende Praxis ist eines von vielen Symptomen volatiler Zeiten. Das Gefühl eines Kontrollverlusts, inszeniert als gescheiterte Männlichkeit, trägt autoritäre Einstellungen immer stärker in den gesellschaftlichen Mainstream.
Die Künstler*innen Vereinigung Tirol widmet sich in ihrem Jahresprogramm 2027 Thresholds Ausstellungen und künstlerischen Positionen, die Gegenmodelle oder gegenkulturelle Dynamiken zu diesem konservativen, antimodernen und autoritären Backlash aufzeigen und alternative Strategien erproben.
Schlagwörter: Demokratie – Komplexität – Flash Crash – antimoderne Tendenzen – Misogynie
Die Künstler*innen Vereinigung Tirol wurde 1946 gegründet und versteht sich als Forum für zeitgenössische Kunst in Tirol. Neben der Interessenvertretung für bildende Künstler*innen betreut die Künstler*innen Vereinigung Tirol kuratorisch, organisatorisch und produktionstechnisch Ausstellungsprojekte und künstlerische Interventionen in den Ausstellungsorten Kunstpavillon und Neue Galerie. Das Ausstellungsprogramm, das sich größtenteils aus einer offenen, internationalen Ausschreibung zusammensetzt, umfasst sämtliche Formen der zeitgenössischen Kunst.
Mit diesen vielfältigen Agenden fördert die Künstler*innen Vereinigung Tirol die Auseinandersetzung mit Kunst und Gesellschaft, internationale Diskurse sowie ein qualitativ hochwertiges Ausstellungsprogramm. Die Jury wählt für das Jahresprogramm 2027 bis zu fünf Ausstellungen aus den Einreichungen aus. Der Ausstellungszeitraum ist von Jänner 2027 bis Jänner 2028. Die durchschnittliche Ausstellungsdauer liegt bei 9-13 Wochen.
Bewerbungsfrist: 30. Juni 2026