hr.fleischer e.V.

Halle (Saale)

Unser Verein zahlt Künstler*innen eine Ausstellungsvergütung, weil wir es selbstverständlich finden, Künstler*innen für ihre Arbeit zu bezahlen.

(Katrin Eitner vom Kunst- und Projektraum hr.fleischer e.V. in Halle (Saale))

Seit wann zahlen Sie eine Ausstellungsvergütung?
Gegründet haben wir uns 2009, noch als Projekt von vielen Studierenden. In den Folgejahren haben wir begonnen, Fördermittel zu beantragen und damit erste Ausstellungsvergütungen zu ermöglichen. Am Anfang lief das noch ziemlich unregelmäßig. Stetiger wurde es dann ab dem Jahr 2013.

Zahlen Sie /Ihr Haus diese Ausstellungsvergütung aus dem eigenen Budget oder aus Mitteln der öffentlichen oder privaten Hand, aus Fördermitteln.
Wir berücksichtigen die Ausstellungsvergütungen, wenn wir einmal im Jahr Anträge auf Fördermittel aus der Kulturförderung stellen. In den letzten Jahren waren wir damit meistens erfolgreich. Bei uns finden im Jahr zwischen acht und zwölf Ausstellungen/Projekte mit manchmal mehreren Akteur*innen statt. Aus dem eigenen Budget – also aus Mitgliedsbeiträgen und einigen Spenden – könnten wir das also nicht leisten. Das geht nur, wenn wir Fördermittel erhalten.

In welcher Form findet Ihre Ausstellungsvergütung statt?
Wir zahlen eine Ausstellungsvergütung aus. Einen Katalog oder eine Publikation zu einer einzelnen Ausstellung können wir in der Regel aber nicht über Fördermittel ermöglichen. Wenn wir weniger Fördermittel als beantragt erhalten, empfehlen wir den Akteur*innen übrigens nicht, für weniger Budget (und damit auch Ausstellungsvergütung) mit dem gleichen Projekt an den Kiosk zu kommen. Eher eine Anpassung des Aufwands an das neue Budget oder auch mal eine Absage. Das ist uns wichtig.

Folgen Sie dabei einem bestimmten Schema oder wird das immer wieder neu ausgehandelt bzw. angepasst?
Ausstellungen und Projekte an unserem Hauptspielort, dem Kiosk am Reileck in Halle (Saale), dauern zwischen 4 und 6 Wochen. Dafür erhalten Künstler*innen seit dem Jahr 2020 eine Ausstellungsvergütung in Höhe von 600 Euro. Davor waren es 500 Euro. Bei Kurz-Projekten passen wir das entsprechend an. Einmal im Jahr, wenn die Förderanträge anstehen, reden wir über diese Summen im Verein.

Gibt es bei Ihnen darüber hinaus eine Mitwirkungsvergütung für den Aufbau der Ausstellung oder für anfallende Transportkosten?
Ja, das gibt es. Wenn die Fördermittelanträge erfolgreich sind, finanzieren wir Materialkosten für die Ausstellung oder das Projekt. In aller Regel entsteht die Ausstellung direkt für den Kiosk am Reileck. Dieses ortsspezifische Arbeiten ist oft recht aufwändig, braucht Vorarbeit im Atelier der Künstler*innen und einige Tage beim Auf- und Abbauen. Das hat viel mit der Besonderheit unseres Raumes – eines ehemaligen Zeitungskiosks – zu tun und dem öffentlichen Raum drumherum, den wir für unsere Projekte ebenfalls nutzen. Oft sind es interaktive Projekte, die Passant*innen und Gäste einbeziehen. Zusätzlich gibt es auch Vergütungen für Auf- und Abbau sowie Reise- und Transportkosten. Um Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Social Media kümmern wir uns als Verein.

Halle (Saale), im November 2021

Danke!

Danke an Katrin Eitner, 2. Vorsitzende des hr.fleischer e.V. Kunst- und Projektraum Kiosk am Reileck für das Statement und das ausführliche Interview! Weitere Infos: www.herrfleischer.de, Adresse: hr.fleischer e.V.,Kunst- und Projektraum Kiosk am Reileck, Händelstraße 1a, 06114 Halle (Saale).

Danke an Matthias Behne (lautwieleise.de) für die Fotos und die Gestaltung!