Mit der siebten Veröffentlichungsrunde seit 2017 wächst die „Werkdatenbank Bildende Kunst Sachsen-Anhalt“ auf 6.419 Werke von 43 Künstler*innen an. Im Fokus stehen zwei zeitgenössische Künstler*innen, deren Verzeichnisse im Winter 2025/26 neu erstellt wurden: die Wittenberger Künstlerin Ulrike Kirchner (1959) sowie Hans Molzberger (1953) aus der Altmark.


Ulrike Kirchner
- Bestand „Malerei“ (99 Werke)
- Bestand „Zeichnung“ (8 Werke)
Ulrike Kirchner wurde 1959 in Merseburg geboren, studierte Malerei an der Burg Giebichenstein in Halle (Saale) und wurde 1986 in den Verband Bildender Künstler der DDR aufgenommen. Neben ihrer freiberuflichen künstlerischen Tätigkeit war sie unter anderem wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Inklusionsprojekt, Projektleiterin beim Umbau einer Schule durch Friedensreich Hundertwasser, Kunstlehrerin an diesem Gymnasium und langjährige Kursleiterin in der kulturellen Bildung. Ihre Lebensstationen waren ausgehend von Bad Dürrenberg, Halle (Saale), Lutherstadt Wittenberg und Zahna-Elster, wo sie heute wohnt und arbeitet. Sie ist Mitglied im BBK Sachsen-Anhalt, in der GEDOK Brandenburg und Gründungsmitglied der Künstlerinnengruppe ALBA BLAU.
In der Werkdatenbank lässt sich ihre künstlerische Entwicklung über viele Jahrzehnte ablesen, von abstrakten Gemälden über die surreale Auseinandersetzung mit symbolischen Porträts, dem menschlichen Körper und Stillleben, bis hin zur Verarbeitung von Reiseerlebnissen und Experimenten, Räumlichkeit und Fläche miteinander zu vereinen. Das Verzeichnis der Malerei und Grafik soll künftig noch erweitert und durch den Bestand „Objekte“ ergänzt werden.
Hans Molzberger
- Bestand „Installation“ (38 Werke)
- Bestand „Wandbild“ (8 Werke)
- Bestand „Grafik“ (8 Werke)
Hans Molzberger wurde 1953 in Höhr-Grenzhausen geboren. Obwohl seine Familie im „Kannenbäckerland“ seit Generationen mit Ton und Zinn arbeitete, lehnte er dieses Umfeld zunächst ab und wandte sich bewusst von jeglicher Gestaltung ab. Eine persönliche Krise führte schließlich zu einer Neuorientierung, in der seine Offenheit für menschliche und soziale Konflikte zentral wurde. Seit 1982 arbeitet er autodidaktisch als Künstler, zunächst im niedersächsischen Wendland, später dann in der sachsen-anhaltischen Altmark.
Der Künstler, der hauptsächlich Installationen, Assemblagen und Raku-Keramikobjekte erstellt, wandte sich zusätzlich auch der Druckgrafik zu, vor allem den Techniken Holzschnitt und Siebdruck, die er mit Keramik als Bildträger kombiniert. Molzberger hat in Israel, Frankreich, den Niederlanden, Polen und Russland gearbeitet und an mehreren renommierten Universitäten gelehrt. Derzeit lebt er abwechselnd in Deutschland und Houston (Texas, USA), wo er als Artist Affiliate an der Houston Baptist University tätig ist. Außerdem ist er Leiter eines Künstlerresidenzprogramms in Hilmsen (Altmark) das von ihm 2004 ins Leben gerufen wurde.