Die Kunststiftung Bernhard Müller-Feyen freut sich, die Preisträger der erstmaligen Vergabe des Kunstpreises Bernhard Müller-Feyen 2026 bekannt geben zu können (in alphabetischer Reihenfolge):
Jule Tabea Martin
Jule Tabea Martin verbindet Zeichnung, Malerei und Skulptur durch die Untersuchung von Form als Träger von Bedeutung. Archetypische Grundfiguren wie die eines barocken Kerzenständers und das ihm zugrunde liegende Trägerprinzips treffen auf eine ästhetische Dekonstruktion von Funktion, Standhaftigkeit und Repräsentationen.
Ihre künstlerische Haltung knüpft unmittelbar an zentrale Aspekte im Werk Müller-Feyens an. Auch Martin versteht Zeichnung, Malerei und Skulptur als eigenständige, zugleich miteinander verbundene Ausdrucksformen. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen sowie in Berlin, Brüssel und Paris gezeigt.
Jakob Elias Meyer
Jakob Elias Meyer beschäftigt sich mit landwirtschaftlichen Motiven, handwerklichen Techniken und Formen, die ursprünglich aus praktischen Gründen entstanden sind. In seinen Skulpturen verbindet er industrielle und organische Elemente und lässt vertraute Gegenstände zwischen Funktionalität und Rätselhaftigkeit erscheinen.
Meyer studierte Bildende Kunst mit Schwerpunkt Bildhauerei an der Alanus Hochschule und an der Bauhaus-Universität Weimar. Der Bezug zu Bernhard Müller-Feyen zeigt sich insbesondere im Wechselspiel zwischen Zeichnung und Skulptur sowie in der Beschäftigung mit grundlegenden Fragen der Bildhauerei, etwa der Bedeutung des Sockels.
Anne Pruy
Anne Pruy erforscht in ihren plastischen Collagen aus Emaille auf Stahl das Verhältnis von Form, Farbe und Raum. Aus flüchtigen Beobachtungen entstehen Umrisse, die durch Fragmentierung und Neuordnung in Beziehung treten. Im Zusammenspiel von präziser Setzung und reduzierten Formen entstehen Werke, die sich zwischen Malerei und Plastik bewegen.
Ein besonderer Bezug zu Bernhard Müller-Feyen besteht im Übergang zwischen Bildfläche und räumlichem Objekt. Auch die materielle Verbindung über das Medium Glas spielt eine Rolle: Während Müller-Feyen früh Glasmalerei und Glasarbeiten erstellte, arbeitet Pruy mit Emaille – eine farbige Glasschicht, die beim Brennen mit Metall verbunden wird.
Isabell Sterner
Isabell Sterner beschäftigt sich mit dem menschlichen Körper, seinen emotionalen Spannungen und seiner Beziehung zum Raum. Ihre fiktiven Körper und Wesen entstehen aus Materialien wie Wachs, Aluminium, Stahl, Silikon und Keramik. Sie wirken zugleich vertraut und fremdartig und scheinen sich zwischen Stabilität und Veränderung zu bewegen.
Sterner verbindet Skulptur, Malerei und Zeichnung in einem fortlaufenden Arbeitsprozess. Damit steht ihre Position in enger Beziehung zu Müller-Feyens Verbindung verschiedener Medien. Auch die Auseinandersetzung mit Körper, Oberfläche, Verdichtung und Zwischenraum bildet eine wichtige Gemeinsamkeit.
Wir hoffen mit diesem Preis die jungen Künstler in ihrer bereits jetzt herausragenden Entwicklung weiter zu motivieren und zu unterstützen.