Stipendium für Kunst und Inklusion

Das Stipendium richtet sich an Bildende Künstlerinnen, die ihre Kompetenzen im Kontext inklusiver Kulturarbeit weiterentwickeln wollen. Es bietet viel Freiraum für eigene künstlerische Projekte und ist verknüpft mit der Erwartung sich im kunsttherapeutischen Atelier vor Ort mit künstlerischen Impulsen einzubringen. Das bis zu einjährige Förderstipendium ist als Artist in Residence-Programm zu verstehen. Es ist angesiedelt im Kulturpark Reutlingen-Nord, einem Ort inklusiver Kulturarbeit und kunsttherapeutischer Atelierpraxis. Die Bereitschaft zu konkreten Kooperationen mit behinderten/ nichtbehinderten Kunstschaffenden sowie mit Institutionen des Reutlinger Kunstbetriebes stellt eine wesentliche Voraussetzung dar. Gemeinsam entwickelte, innovative Projekte sind ausdrücklich erwünscht. Das Stipendium richtet sich an Bewerberinnen aus allen Sparten der bildenden Kunst mit besonderem Interesse an künstlerischer Arbeit in inklusiven und therapeutischen Bezügen.
In der Regel setzt es den Abschluss eines Kunst- oder Kunsttherapie- Studiums voraus.

Zielsetzung

Der gegenseitige künstlerische Austausch soll einen nachhaltigen Beitrag zur Biografie der Stipendiatinnen leisten und bereichernde Impulse in den institutionellen Kontext einbringen. Das Stipendium bietet die Möglichkeit neue Räume zu erschließen, Grenzen infrage zu stellen und Begegnungsmöglichkeiten über Kunst zu erweitern. Der Ort Der Kulturpark Reutlingen-Nord ist ein innovatives und an Inklusion ausgerichtetes Projekt. Er bietet Raum für Kunst und Kultur in vielen Varianten: Ein Café, die Saisongärten, das kunsttherapeutische Atelier, das Projekt Mensch und Tier, unterschiedliche Kooperationen, wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen sind Anlässe für Begegnung. Eine generelle Öffnung der Angebote in die umliegenden Stadtteile ist wesentlicher konzeptioneller Baustein. Die Institution Habila begleitet in 22 Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg rund 1.600 Menschen mit Behinderung als aktive Gestalterinnen ihrer eigenen Zukunft auf dem Weg zu mehr Selbstständigkeit. Die Habila GmbH fördert im
Rahmen des Kulturpark Reutlingen-Nord die künstlerische Arbeit von Menschen mit und ohne Behinderung. Eine Tagesförderstätte ist Teil des Kulturparks. Mit dem Ziel, sich für eine inklusive Gesellschaft zu engagieren schreibt sie das Kunststipendium in Kooperation mit dem Kunstverein Reutlingen und den Hochschulstudiengängen Künstlerische Therapien der HfWU Nürtingen-
Geislingen aus.

Leistungen:

  • Innerhalb des insgesamt 107 m2 großen Kunstateliers steht den Stipendiat*innen ein ca. 45 m2 großer,
    abtrennbarer Bereich für die eigene künstlerische Arbeit zur Verfügung.
  • Das Kunststipendium ist mit einem Werkvertrag in Höhe bis zu 7200 €/Jahr ausgestattet. Die Summe kommt
    in monatlichen Raten von 600 € zur Auszahlung.
  • Für projektbezogene Materialkosten (Verbrauchsmaterial, gegen Belegeinreichung) steht ein Budget von bis
    zu 1000 € bezogen auf die Dauer des Stipendiums zur Verfügung
  • Zum Beginn des Stipendiums ermöglicht die Habila GmbH eine Antrittsausstellung, die dem Kunstschaffenden
    die Möglichkeit bietet, sich und sein/ihr bisheriges Schaffen vorzustellen. Den Abschluss des Stipendiums
    bildet eine inklusive Ausstellung, die geeignet ist, die eigene und die gemeinsame Arbeit während der Zeit des
    Stipendiums zu dokumentieren.
  • Für die Dauer des Stipendiums wird unentgeltlich ein 2-Zimmer-Apartment zu Verfügung gestellt.
  • Eine Gästekarte für den täglichen Mittagstisch wird gestellt.
    Aufenthalt
  • Im Vordergrund steht die eigene künstlerische Arbeit der Stipendiat*innen vor Ort. Die Bereitschaft zur
    Kooperation mit der benachbarten Abteilung Kunsttherapie stellt eine wesentliche Voraussetzung dar.
  • Es ist ausdrücklich erwünscht, dass das künstlerische Schaffen durch eine inhaltlich oder zeitlich dem
    Aufenthalt zugehörige Werkgruppe in der Abschlussausstellung präsentiert wird.
  • Teil des Werkvertrags ist die Durchführung von 3-4 inklusiven künstlerischen Projekten – verteilt über die Zeit
    des Aufenthalts (z.B. Workshops zu neuen Techniken, öffentliche Veranstaltungen für interessierte Gruppen
    und Schulen). Basis hierfür ist die mit der Bewerbung einzureichende Projektskizze.
  • Jeder Stipendiatin überlässt am Ende seines/ihres Aufenthalts der Habila GmbH ein eigenes Kunstwerk
    seiner/ihrer Wahl für den Aufbau einer Kunstsammlung.
  • Während des Aufenthalts werden die Stipendiatinnen durch Mitarbeiterinnen des Kunstateliers im Rahmen
    eines monatlichen Jour-Fixe beraten und begleitet. Spätestens nach 3 Monaten findet zur inhaltlichen
    Evaluation ein Zwischengespräch statt.
  • Zusätzliche Unterstützung ist möglich aus dem Kreis der Fachjurorinnen. Dies gilt insbesondere für die Durchführung von Veranstaltungen/Ausstellungen, Medienarbeit, Vernetzung vor Ort, Ansprache von Multiplikatorinnen und die Orientierung in der Kunstszene vor Ort.
  • Das Stipendium wird für den Zeitraum von mindestens 9 bis maximal 12 Monaten gewährt.

Zeitraum ist der 1. Oktober bis 15. Oktober des Folgejahres.

Bewerbung

Mit den Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, Zeugnisse) sind:

    eine Projektskizze (max. 2500 Zeichen) und ein Werkportfolio mit Ihren künstlerischen Werken im pdf-Format (max. 20 Seiten) einzureichen. In der Projektskizze sollten Sie sowohl ihre eigenen künstlerischen Vorhaben darstellen, als konkrete Ideen für eine Kooperation mit den Nutzerinnen und Mitarbeiterinnen des Kunstateliers, z.B. die Workshops. Die Bewerbungsunterlagen sind per E-Mail an die Adresse an die Habila GmbH, Frau Juliane Stöffel, Rappertshofen 4, 72760 Reutlingen zu richten. Über die Vergabe des Stipendiums entscheidet die von der Habila GmbH bestellte Jury „Stipendium für Kunst und Inklusion“. Der Jury gehören Vertreterinnen der Habila GmbH und kunstsachverständige Jurorinnen an.

    Bewerbungsfrist: 30. Juni 2024