Blaue Nacht Kunstwettbewerb 2027

Seit 2000 verwandelt Die Blaue Nacht die Nürnberger Innenstadt in eine Bühne für Kunst, Kultur und Begegnung –mit rund 110.000 Besucherinnen, über 200 Programmpunkten und mehr als 50 beteiligten Institutionen. Der Blaue-Nacht-Kunstwettbewerb lädt seit 2005 Kunstschaffende ein, ortsspezifische Projekte in Innenhöfen, besonderen Räumen und auf Plätzen der Nürnberger Altstadt zu realisieren. Gefragt ist Kunst, die Räume bespielt, Besucherinnen einbezieht und über zwei Nächte trägt. Bewerben können sich Einzelpersonen und Gruppen mit Arbeiten aus allen Bereichen der Kunst, z.B. Installationen, Lichtkunst, Performance, interaktive und partizipative Aktionen, Medienkunst. Flachware und Kleinplastik ist für die Ausstellungsorte nicht geeignet.

Das Thema für 2027: Der Sonne so nah.

Ikaros wagt den Flug –und stürzt. Der Mythos erzählt von Übermut, Sehnsucht, Selbstüberschätzung und dem Preis des Aufbruchs. Für 2027 laden wir Kunstschaffende ein, diese uralte Geschichte mit Fragen der Gegenwart kurzzuschließen: Wo fliegen wir gerade zu nah an die Sonne? Welche Utopien tragen uns –und welche stürzen uns in den Abgrund? Die Geschichte von Ikaros und seinem Vater Daidalos, die ihrer Gefangenschaft mit Flügeln aus Wachs entfliehen, gewinnt in unserer Zeit der wissenschaftlichen und technologischen Neuerungen neue Relevanz. Technologischer Fortschritt ergibt sich aus dem Wechselspiel von Problem und Innovation, das sich seit der Industrialisierung stetig in seiner Intensität und Geschwindigkeit steigert. Nie strebte die Menschheit schneller zur Sonne, und auch heute gibt es zahlreiche Warnungen vor dem Scheitern des „höher, schneller, weiter“. In Zeiten radikaler Beschleunigung der technischen Entwicklung, Multi-Krisen und schmerzhafter gesellschaftlicher Transformationen kann uns Ikaros als Warnung, aber auch als leuchtendes Beispiel und Projektionsfläche dienen. Sein Mythos ist Aufforderung, über sich hinaus zu wachsen, genauso wie Mahnung, dabei am Ende nicht zu weit zu gehen. Wir können auf das Gelingen hoffen, aber auch im Scheitern liegt eine unleugbare Schönheit. Die Assoziationsfelder sind bewusst weit gefasst –von der griechischen Mythologie über die Romantik bis zur Raumfahrt, vom dramatischen Scheitern bis zum kollektiven Aufbruch. Klimawandel, Demografie, künstliche Intelligenz, politische Polarisierung, persönliche Grenzen: Ikaros ist überall. Die Blaue Nacht 2027 öffnet den Raum zwischen Utopie und Hybris weit.

  • Besucherströme: Rund 10.000 Besucherinnen mit Ticket verteilen sich auf 8 bis 10 Kunstorte –Ihr Projekt muss auch bei hohem Andrang funktionieren.
  • Dauer: Das Projekt muss freitags und samstags über 4 bis 5 Stunden durchgehend erlebbar sein. Performances müssen ggf. mehrfach gezeigt werden.
  • Anwesenheit: Künstlerinnen müssen während der Veranstaltung am Freitag und am Samstag bei ihrem Projekt anwesend sein.
  • Dunkelheit: Die Sonne geht am 23./24. April gegen 20.30 Uhr unter; volle Dunkelheit herrscht erst gegen 21 Uhr. Lichtkünstlerische Arbeiten müssen dies konzeptionell berücksichtigen oder räumlich (Verdunkelung) ausgleichen.
  • Präsentationsform: Gemälde und Skulpturen im Sinne einer klassischen Ausstellung können nicht berücksichtigt werden.

Bewerbungsschluss: 31. Juli 2026